Die Venus ist mit 12 100 Kilometern Durchmesser ähnlich groß wie die Erde. Die Lufthülle besteht aber zu 96,5 Prozent aus Kohlendioxid (CO2) plus etwas Stickstoff. Das CO2 verhindert die Wärmeabstrahlung und heizt damit den Planeten mächtig auf. Auch der Luftdruck, der 100 mal so hoch ist wie auf der Erde, treibt die Temperatur hoch. „Auf der Venus gibt es einen ähnlichen globalen Treibhauseffekt wie auf der Erde“, sagte David Greenspoon, der als Interdisziplinärer Wissenschaftler für Venus Express arbeitet. Das lässt das Wasser verdampfen.
Entscheidend sei auch, dass kein starkes Magnetfeld den Planeten vor dem Sonnenwind schütze, sagte Mats Holmström vom Schwedischen Institut für Weltraumphysik. Die Venus verliert daher Sauerstoff und Wasserstoff. Anders als die Erde ist die Venus ausgetrocknet. Es gibt keine Seen oder Flüsse am Boden.
Auf der Erde sorgen Blitze in großer Höhe für die Erneuerung der schützenden Ozonschicht. Auch auf der Venus führen Blitze zu energiereichen Entladungen. Allerdings zeigt „Venus Express“, dass sie nur halb so häufig auftreten. Welche chemischen Reaktionen sie in der Venus-Atmosphäre auslösen, muss noch erforscht werden. Eine Luftströmung von der Tag- zur Nachtseite sorgt dafür, dass die Venus auf der Nachtseite nicht schnell auskühlt. In rund 100 Kilometern Höhe konnte „Venus Express“ eine unerwartet warme und stabile Luftschicht ausmachen.
Im kommenden Jahr will die ESA die Verhältnisse nahe der Oberfläche intensiver untersuchen. „Venus Express“ soll deswegen auf eine niedrigere Umlaufbahn gesteuert werden. Insgesamt vier Tage lang soll Venus Express den Planeten umkreisen - allerdings Venustage, und die dauern jeweils 243 Erdentage. Die Venus dreht sich so langsam um ihre eigene Achse, dass der Tag hier länger dauert als das Jahr, das nur 225 Erdtage misst.
Über die Ergebnisse berichtet im Detail das Fachmagazin „Nature“ in seiner aktuellen Ausgabe.
