Der Flughafen Düsseldorf stand lange im Schatten anderer Airports. Doch ein Einzugsgebiet mit 18 Millionen Menschen und zehn Dax-Konzernen verführte Air Berlin
dazu, dort ein Drehkreuz für Langstreckenflüge aufzubauen. Dies rief den etablierten Konkurrenten Lufthansa
auf den Plan und ließ eine "Schlacht" entbrennen, die teil groteske Züge annimmt.
Schauplatz der Auseinandersetzung zwischen Lufthansa und Air Berlin: Der Flughafen Düsseldorf. Foto: dpa
DÜSSELDORF. In der Abflughalle des Flughafens Düsseldorf haben sie wie Gladiatoren ihre Formationen gebildet. Das Rot von Air Berlin
schreit in der Haupthalle auf breiter Front - über unzählige Check-in-Schalter und leinwandgroße Werbeplakate hinweg. Die gelbblaugraue Infrastruktur von Lufthansa
springt nicht ins Auge. Sie liegt etwas ab vom Schuss; Lufthanseaten sagen: "exklusiver". Hinter den Sicherheitskontrollen geht die Lagerbildung der beiden Fluggesellschaften weiter. Flugsteig A ist Lufthansa
-Land, B und C das Territorium von Air Berlin
.
Wie im Filmklassiker "Kampf um Rom" wird auch um die Vorherrschaft am Flughafen Düsseldorf gerungen. Die Gegner: die etablierte Nummer eins, Lufthansa
, sowie als Newcomer und quasi "Ostgote" Air Berlin
. Für beide geht es ums Ganze und ums Prinzip. Air Berlin
muss sich fern des Heimathafens ein Drehkreuz aufbauen, um lukrative Langstrecken fliegen zu können. Lufthansa
kann dem Treiben der Nummer zwei nicht tatenlos zusehen und fliegt ihr in die Parade.
Die Arena ist der Flughafen Düsseldorf, da er mit 18 Millionen Menschen im Umkreis von 100 Kilometern und zehn von 30 Dax-Konzernen das größte Potenzial in Deutschland bietet. Der Kampf um "Dus" - so lautet die internationale Abkürzung des Flughafens - wird auf und abseits der Pisten geführt. Erste Scharmützel wurden Ende 2007 schon in der Lokalpresse ausgetragen. In der "WAZ" warf Air Berlin
Lufthansa
vor, extra kleine Maschinen zu verwenden, um so häufiger zu fliegen und Mitbewerber aus dem Flugplan zu drängen. Ein Lufthansa
-Sprecher nannte die Vorwürfe "grotesk" und bot den "Kollegen" herablassend Praktika in der Lufthansa
-Flottensteuerung an.
Hoch her geht es noch nicht lange am Rhein. "Dus" stand lange im Schatten von Frankfurt und München. Ins Visier geriet der Flughafen erst 2007 - durch die Übernahme der Düsseldorfer Ferienfluglinie LTU. Mit ihr erhielt Air Berlin
Start- und Landerechte, eine Techniksparte sowie 15 Langstreckenziele - darunter: Vancouver, Los Angeles, New York, Bangkok, Peking und Schanghai. Das brachte Lufthansa
auf den Plan, den Sommerflugplan 2008 von Düsseldorf. Zum 1. Mai stationierte Lufthansa
hier erstmals wieder seit dem Krisenjahr 2001 Langstreckenjets. Die Ziele nonstop: New York, Chicago sowie Toronto (Sommer) und Miami (Winter).
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