Kürzlich lobte die EU noch die steigende Verbreitung von Breitbandanschlüssen. Und ohnehin kommt jede Studie zu der Erkenntnis: Die Deutschen zieht es ins Netz.
Alles schön und gut, oder? Nicht so ganz. Denn solche Studien ermitteln das Mittelmaß. Sie verdecken, dass die digitale Spaltung, die von vielen Medienforschern und Soziologen vor einigen Jahren prophezeit wurde, Realität ist - nur anders als erwartet.
Gerade jene, die führen sollen, sind offline. Da gibt es Topmanager, die glauben, das Internet ihrer Sekretärin überlassen zu können. Auch die Volksvertreter quer durch das Land fallen nicht durch sonderliche Netzkompetenz auf. Mehr noch: Beide Gruppen haben meist nicht einmal das Gefühl, ihnen fehle ein besonderes Wissen.
Dabei sollte ihnen bewusst sein: Keine Technologie in der Geschichte hat unsere Gesellschaft und somit auch die Wirtschaft so rasant und tiefgreifend verändert. Das World Wide Web ist nur 15 Jahre alt und schon die Hauptschlagader des Wirtschaftens. 15 Jahre nachdem Carl Benz das Automobil hatte patentieren lassen, gab es in Deutschland einige Hundert Wagen - hätte man das Auto damals gleich wieder abgeschafft, wäre es kaum aufgefallen.

