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14.07.2008 
Eine Million iPhones

Zahlenspielerei mit dem „i“

von Axel Postinett

Über eine Million Mal verkaufte sich das neue iPhone am ersten Wochenende. Ein Riesenerfolg - aber nur auf den ersten Blick. Bei näherer Betrachtung relativieren sich die Zahlen schnell. Eine Erkenntnis aber bleibt: Nur der langfristige Verkaufserfolg ist es, der zählt.

Besser und dennoch billiger: das neue iPhone von Apple. Foto: dpaLupe

Besser und dennoch billiger: das neue iPhone von Apple. Foto: dpa

Sonntagnachmittag in Santa Monica. Auf der Nobelshoppingmeile 3rd Street warten auch jetzt noch geduldig den ganzen Tag iPhone-Käufer vor dem Apple-Shop. Selbst kurz vor 21 Uhr, der Laden ist geschlossen und ein paar sichtlich erschöpfte Mitarbeiter sind noch mit Aufräumarbeiten beschäftigt, steht ein Grüppchen von vielleicht zehn Leuten vor dem riesigen LCD-Bildschirm mit der iPhone-Präsentation. Sie diskutieren neue Features, zwei iPhone-Besitzer zücken ab und zu lässig ihre Geräte, kommentieren fachmännisch und lassen die anderen auch schon mal das Original bewundern oder selber auf den Bildschirm drücken. Familientreffen bei den Apples.

Über eine Million Telefone wurden in nur drei Tagen verkauft, teilte Apple heute mit. Das liegt weit über den Erwartungen vieler Analysten. Auf Grund der Aktivierungsprobleme am Freitag hatten sie mit Verzögerungen gerechnet. Trotztdem: Das erste iPhone brauchte immerhin 74 Tage, um die erste Millionen zu erreichen, sagt Steve Jobs.

Gratulation nach Cupertino, der Kult lebt! Aber ein wenig genauer darf man schon hinsehen. Es darf nicht vergessen werden, dass ungefähr seit Mitte Mai keine Telefone mehr im Markt verfügbar waren. Da ist eine Menge Nachholbedarf, der jetzt mitgedeckt worden ist. Zum Vergleich: Von Januar bis März wurden 1,7 Mill. iPhones verkauft. Im Folgequartal (die Zahlen liegen noch nicht vor) ging dann irgendwo zur Hälfte im Mai der Vorrat aus.

Setzen wir diese "aufgestaute" Nachfrage vorsichtig bei 300 000 an (je näher der Startpunkt des neuen Geräts kommt, desto mehr Käufer hätten ohnehin gezögert), bleiben 700 000 Geräte echte "neue" Nachfrage, die sich nun aber auf 21 Länder verteilt. Im Schnitt 33 333 Geräte pro Land. Beim ersten Start wurden nur die USA bedient und 270 000 Telefone schon in den den ersten zwei Tagen verkauft in nur einem Land verkauft. Danach folgten fünf weitere Länder, darunter Deutschland.

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