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23.02.2007 
Konkurrenz zur Bürosoftware Office

Auch 1&1 wildert in Microsofts Reich

von Jens Koenen und Axel Postinett

Nur Wochen nach dem Verkaufsstart der neuen Version der Bürosoftware Office von Microsoft hat bereits der Internetkonzern Google zum Angriff geblasen. Doch damit nicht genug, auch der deutsche Anbieter 1&1 steht in den Startlöchern.

Screenshot des Online-Services MailXchange. Foto: 1und1Lupe

Screenshot des Online-Services MailXchange. Foto: 1und1

FRANKFURT/DÜSSELDORF. Das größte deutsche Internetunternehmen wird kommende Woche zusammen mit der Softwarefirma OpenXchange wie Google ebenfalls eine Büroumgebung über das Internet zur Miete anbieten. Das Paket „1&1 MailXchange“ soll einen vollständigen Ersatz für E-Mail-Plattformen auf Basis des Microsoft-Exchange-Servers bieten und zusätzlich die Verwaltung von Terminen und Kontakten – einzeln oder im Team – ermöglichen.

Laut OpenXchange-Pressesprecher Christian Egle sollen noch dieses Jahr 1 Millionen E-Mail-Konten akquiriert werden. Die Online-Verwaltung der E-Mail-Konten soll für kleine Betriebe in der teuersten Version pro Konto bei 4,99 Euro im Monat beginnen und für größere Firmen im Mengenrabatt auf bis 1,99 Euro pro Konto sinken.

Ein Mailkonto auf Microsoft-Basis koste derzeit rund 10 Euro monatlich bei 1&1. Ein 1&1-Sprecher bestätigte die Pläne im Prinzip, wollte aber zu Kundenzahlen oder Preisen keine Aussagen machen.

„Ein neuer Markt“

Zwar versuchten 1&1 und Google die Herausforderung von Microsoft herunterzuspielen. Es ginge um „einen neuen Markt“, so Google-CEO Eric Schmidt. Doch gleichzeitig betont er, dass die Lösung „derart günstig ist, dass keiner lange nachdenken muss, bevor er sie probiert.“ Damit deutete er an, dass es sehr wohl darum geht, ein gutes Stück vom rund 11,7 Mrd. Dollar schweren Microsoft-Office-Geschäft abzuschneiden.

Zum Google-Paket gehören Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Terminverwaltung sowie ein E-Mail-Manager. Es ist damit die gleiche Lösung, die Google seit dem vergangenen Jahr für Privatkunden kostenlos anbietet und die laut Google derzeit 100 000 Surfer nutzen. Der Unterschied zur kostenlosen Variante ist ein Service rund um die Uhr, eine höhere Kapazität für das E-Mail-Postfach und höhere Ausfallsicherheit.

Das deutsche Pendant „1&1 MailXchange“ werde sich laut Egle an Unternehmen bis rund 100 Mitarbeiter wenden, denen „klassische Groupware-Anwendungen zu teuer“ seien. „Diese Unternehmen wickeln bereits viel über E-Mail ab“, schildert er die Probleme, „aber sie wissen nicht, wie sie das nahtlos in den Arbeitsablauf integrieren können.“

Büroanwendungen in Zukunft immer öfter Online-Services

Marktforscher etwa von IDC erwarten, dass Routineprogramme wie Büroanwendungen in Zukunft immer stärker als Online-Service genutzt werden. Microsoft reagiert auf den Trend mit einem eigenen Online-Produkt unter dem Namen Windows Live. Allerdings hatte Microsoft-Chef Steve Ballmer in der vergangenen Woche eingeräumt, dass noch einiges an Arbeit vor dem Unternehmen liege.

Für Internetfirmen wie 1&1 ist der Vorstoß in den Bürosoftwarebereich nicht nur aktive Expansion. Dienste wie Windows Live und Google Apps greifen massiv in ihre Geschäftsbasis ein, das Hosting von Unternehmenssoftware und Firmenwebseiten. Das Bereitstellen von Speicherplatz alleine wird auf die Dauer nicht ausreichen, um Kunden zu halten, die Lösungen aus einer Hand bevorzugen.

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