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02.03.2007 
Virtuelle Welt

Auch Deutsche entdecken Second Life

Auch immer mehr deutsche Unternehmen drängen in die schnell wachsende virtuelle Welt Second Life. Direkte wirtschaftliche Effekte versprechen sich die meisten zwar noch nicht davon. Handels- und Werbeexperten sehen darin aber schon heute einen wichtigen neuen Vertriebskanal, über den vor allem eine junge kauflustige Kundschaft direkt angesprochen werden kann.

Die virtuelle Niederlassung von Mercedes-Benz in der Internet-Welt Second Life.  Quelle: dpaLupe

Die virtuelle Niederlassung von Mercedes-Benz in der Internet-Welt Second Life. Quelle: dpa

dpa BERLIN. Daimler-Chrysler eröffnete in Second Life im Februar eine virtuelle Mercedes-Benz-Niederlassung und betreibt dort eine Teststrecke, auf der Autos im Computer ausprobiert werden können. „Wir bauen unseren Auftritt sukzessive weiter aus“, sagt eine Sprecherin. Auch Konkurrenten wie BMW, Toyota, Nissan, Mazda, General Motors sind da. Beim VW-Konzern in Wolfsburg heißt es noch, „unsere Spezialisten verfolgen das mit großem Interesse.“ Der Verband der Automobilindustrie (VDA) betont: „Wir haben da ein Auge drauf.“

Der Sportartikelhersteller Adidas, der im vergangenen September einen eigenen Shop in Second Life öffnete, freut sich über eine „sehr gute Resonanz“. Bislang seien dort rund 23 000 virtuelle Schuhe verkauft und 1,15 Mill. Linden-Dollar - die Währung, mit der in der Online-Welt bezahlt werden kann - umgesetzt worden. 270 Linden-Dollar sind einen echten Dollar wert. Der Konzern spricht von einer ganz neuen Möglichkeit, an die Kunden heranzutreten. Aus dem Second-Life-Shop gibt es zugleich einen Link zu einer Website, die echte Adidas-Schuhe verkauft.

Auch der Berliner Internetdienstleister Pixelpark, der vor kurzem in Second Life für den Energiekonzern ENBW in Karlsruhe eine Sportkampagne betreute, berichtet von einem großen Interesse. „Das ist längst nicht nur mehr ein Computerspiel. Es muss sich aber noch zeigen, wie die Unternehmen daraus wirtschaftliche Modelle entwickeln können“, betont Sprecher Christoph Ringwald.

„Das könnte den Online-Handel gravierend verändern. Da herrscht eine unheimliche Dynamik“, sagt Michael Schumann von der Berliner Kommunikationsagentur Zühlke Scholz & Partner, die seit kurzem mit einem eigenen Büro in Second Life Unternehmen zum Thema Online-Marketing in virtuellen Welten berät.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Mehr Einwohner als Berlin

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