Die Telekom und Handyhersteller wie Apple und Nokia wollen die Nase vorne haben, wenn in der digitalen Kommunikationswelt neue Claims abgesteckt werden. Denn sie üben bereits den Schulterschluss, um die neue Bilder-, Spiele- und Datenwelt zu verteilen. Dass die Telekom den Computerhersteller Apple an den Umsätzen des Multimedia-Handys iPhone teilhaben lässt, ist ein Novum. Apple soll zwischen 20 und 30 Prozent der Erlöse erhalten, heißt es in der Branche. Der finnische Handyhersteller Nokia schließt unterdessen Partnerschaften mit Hollywood-Studios wie Sony, Musikfirmen wie Universal oder Nachrichtenkanälen wie CNN, um nicht nur mit dem Verkauf von Spitzenprodukten Geld zu verdienen, sondern auch mit den inhaltlichen Angeboten, die im Handy online verfügbar sind.
Noch stecken die Angebote in den Kinderschuhen. Das Internetportal Ovi von Nokia ist beispielsweise noch nicht einmal in Deutschland an den Start gegangen. Auch die Telekom, die sich als „Content-Manager“ versteht, hat in der Vergangenheit eher ein unglückliches Händchen beispielsweise im Umgang mit der Fußball-Bundesliga bewiesen. Doch mittelfristig steht der wirtschaftliche Erfolg der Fernsehbranche auf tönernen Füssen. Die Margen stehen unter Druck.
Der europäische Branchenprimus RTL Group hat auf seine Weise auf den Paradigmenwechsel in der digitalen Kommunikationswelt reagiert und baut seinen konzerneigen Inhaltekonzern Fremantle, zu dem auch die deutschen Filmfirmen Ufa und Teamworx gehören, weiter aus. Mit der Herstellung von Serien, Telenovelas, Shows und Miniserien macht sich die Tochter des Medienriesen Bertelsmann unabhängiger von den noch unterentwickelten Geschäften im Internet und mit Handy. Fest steht: Die Fernsehkonzerne können ihre Zukunft nicht mit dem Verkauf von Werbespots sichern.

