Mehr Speicherplatz - aber kein PCIe-Slot mehr
Der Rest der Schnittstellen blieb unverändert: VGA-Anschluss, 3 x USB 2.0, Audio und Fast-Ethernet sowie WLAN nach 802.11b/g sind vorhanden. Dazu kommt noch ein Slot für SD-Karten, der sich auch auf SDHC versteht. Darüber kann man den Plattenplatz des Eee-PC am einfachsten erweitern.
Das ist aber nur selten nötig, da der Eee-PC 900 nun intern über 12 statt bisher 4 GByte SSD-Speicher verfügt, die das Windows-Laufwerk "C" stellt. Dabei bringt das fest eingebaute SSD-Modul weiterhin 4 GByte mit, eine weitere 8-GByte-SSD von Samsung steckt in dem bisher freien Slot für Mini-PCIe-Karten unter der Klappe auf der Rückseite des Rechners. Damit ist es nicht mehr so leicht möglich, das Mini-Notebook beispielsweise um Bluetooth zu erweitern, wie das findige Bastler bereits beim Modell 701 getan haben. Den Kurzstreckenfunk bringt nämlich auch das Modell 900 nicht mit.
Auf der Boot-SSD (C) sind im vorinstallierten Zustand noch 1,6 GByte frei, den Rest belegt Windows XP mit einigen wenigen Zusatztools. Auf Laufwerk D, der gesteckten SSD, sind noch 6,4 GByte zur Verfügung, Asus hat hier einige der umfangreicheren Pakete wie Microsoft Works abgelegt.
Der Arbeitsspeicher hat sich ebenfalls verdoppelt, statt 512 MByte sind nun 1 GByte geboten. Er steckt weiterhin in einem SO-DIMM nach DDR2 hinter der rückwärtigen Klappe, das 1-GByte-Modul muss man also anderweitig verwenden, wenn man ein größeres einbauen will. Bis zu 2 GByte hat Asus das bereits getestet, 4 GByte kann das 32-bittige Windows XP Home ohnehin nicht ansprechen.
Windows-Installation und Benchmarks
So richtig abgespeckt hat Asus das Windows XP Home des Eee-PC nicht. Lediglich die klassische Ansicht der Menüs wurde eingeschaltet, was Arbeitsspeicher und Grafikleistung schont. Dank der ohnehin schon hohen DPI-Zahl der Schriften kann auch getrost auf das Cleartype, das Schriften auf LCDs glättet, verzichtet werden, es ist ebenfalls ausgeschaltet. Die Standardsymbole des Desktops sind etwas größer gehalten.
Alle diese Änderungen gegenüber einer Standardinstallation lassen sich aber rückgängig machen, alle nötigen Teile des Betriebssystems sind installiert. Im Falle einer weiteren Asus-Modifikation sollte man das auch schleunigst wieder umstellen: Die Systemwiederherstellung ist zugunsten von mehr gefühlter Geschwindigkeit abgeschaltet. So kann Windows XP nach einem fatalen Absturz etwa durch einen fehlerhaften Gerätetreiber unter Umständen nicht mehr starten.
Aktiviert man die Systemwiederherstellung wieder, so zeigt sich, warum Asus sie ausgeschaltet hat: Die SSDs kommen beim Schreiben nicht über 13 MByte pro Sekunde hinaus, lesen können sie immerhin mit 30 MByte/s. So startet Windows zwar in 25 Sekunden nach Drücken des Einschaltknopfes, fühlt sich aber nach Änderungen an Hard- oder Software beim Speichern der Wiederherstellungsdaten für einige Minuten recht träge an. Danach läuft die Arbeit mit dem Eee-PC 900 aber recht flüssig.
Auch die Medienwiedergabe beherrscht der Rechner, auch wenn Asus etwa für DVD-Daten - nicht nur Scheiben eines externen Laufwerks, auch VOB-Dateien -, den sehr effizienten "XPack Mini DVD Player" von Intervideo installieren musste. Bei DVD-Daten von bis zu 8 MBit/s liefen die Videos damit auch bei 630 MHz flüssig.
Mit einem eigenen Codec von Cyberlink lief auch DVB-T-Fernsehen mit Terratecs THC 5.8 und dem USB-Empfänger Cinergy T2 problemlos. Der Prozessor war dabei stets unter 50 Prozent ausgelastet, und auch Time-Shifting auf der SSD klappte ohne Aussetzer.
Nicht ganz auf der Höhe der Zeit sind weiterhin die Netzwerkschnittstellen: 2,1 MByte pro Sekunde erreichte der Kleinrechner beim Kopieren von Daten aus dem WLAN auf die SSD, per Fast-Ethernet waren es 8,6 MByte pro Sekunde. Centrino-Notebooks mit auf 100 MBit/s gebremstem Gigabit-Ethernet sind in unserem Testnetzwerk im Schnitt 10 bis 15 Prozent schneller. Bei diesen Werten gab es keinen Unterschied zwischen Akku- und Netzbetrieb, lediglich die CPU-Auslastung erhöhte sich im Mittel um 30 Prozent.


