"Die interessanten Dinge passieren bei Google"
Lee ist der neue Held bei Google. Als ehemaliger Vertrauter von Bill Gates und Microsoft-Vorstandschef Steve Ballmer kennt er die Strategie des Google-Wettbewerbers genau. Bei Microsoft war er geschätzt, aber fühlte sich nicht mehr wohl. "Die interessanten Dinge passieren bei Google", sagt Lee. Sein Wechsel führte zur ersten öffentlichen Auseinandersetzung mit Microsoft. Google gewann. Das erhöhte die Attraktivität des Unternehmens weiter.
Die ist ohnehin riesig. Google gilt als attraktivster Arbeitgeber des Landes. Nicht nur wegen seiner relaxten Atmosphäre, der kostenfreien Verpflegung, dem Massage-, Wäscherei-, Werkstatt- und Gesundheitsservice. Auch nicht nur wegen der stattlichen Gehälter.
Am attraktivsten erscheint vielen Googlern die Möglichkeit, 20 Prozent ihrer Arbeitszeit selbst gewählten Projekten nachzugehen. Ein ganzer Tag pro Woche, der sich auch ansparen lässt. "Google ist wie eine Universität", schwärmt Franz Och. ("Nur das Essen ist besser", sagt Page).
Aufgewachsen im fränkischen Pretzfeld, in Erlangen und an der RWTH Aachen ausgebildet, warb ihn Google vom angesehenen Information Science Institute im kalifornischen Marina del Rey ab. Seit 2004 arbeitet Och in Mountain View an einem Projekt, das den Google-Gründern besonders am Herzen liegt - dem Übersetzen von Texten via Software.
Och feilt an Algorithmen
Seit Jahrzehnten wird daran geforscht, die Resultate sind noch immer bescheiden. Och versucht sie mit der Kraft von Googles mächtigem Computernetz drastisch zu verbessern. Die Idee ist, Bücher und ihre Übersetzungen in den Computer zu laden und mathematisch miteinander zu vergleichen. Die Uno hat Google dafür als Basis ihre in sechs Sprachen übersetzten Unterlagen aus den vergangen 20 Jahren überlassen. Och feilt an den Algorithmen, der Schwerpunkt liegt auf der Übersetzung vom Chinesischen und Arabischen ins Englische und umgekehrt. "Eines Tages könnte so ein chinesischer Internetnutzer eine englische Web-Seite lesen, die automatisch in seine Muttersprache übersetzt wird", sagt Och. Wann?
"Schwer zu sagen", meint der Deutsche, "aber es wird wohl noch etwas dauern."
Die Google-Jungs haben Geduld. Denn die maschinelle Übersetzung hat noch andere Vorteile. Sie könnte Suchmaschinen mit künstlicher Intelligenz ausstatten. Anstatt nur Suchbegriffe zu zählen und die Verlinkungen der Web-Seiten zu analysieren, würden die Computer den Inhalt verstehen und so wesentlich besser ordnen. Wieder so ein Vorhaben, das wie Spinnerei erscheint.
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