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16.04.2006 

Microsoft-Gründer Bill Gates ist auf Google nicht gut zu sprechen. Foto: dpaLupe

Microsoft-Gründer Bill Gates ist auf Google nicht gut zu sprechen. Foto: dpa

Imposantes Geschäftsmodell

Noch imposanter ist das Geschäftsmodell. Google versteigert Textanzeigen über und neben den Suchresultaten an Anzeigenkunden. Die zahlen bis zu 70 Dollar, wenn Internetsurfer auf die Anzeigen klicken. Vorteil gegenüber Print und Rundfunk: Google kann den Werbekunden genau sagen, wie viele Kunden welche Anzeige gesehen haben. Und die Kunden können exakt in das Umfeld gehen, das sie interessiert.

In diesem Jahr wird Google damit wahrscheinlich knapp zehn Milliarden Dollar Umsatz machen. Im Gründungsjahr 1998 waren es 200 000 Dollar. Und das Geschäft mit Online-Werbung fängt offenbar gerade erst so richtig an.

Bill Gates leicht genervt

Auf rund 30 Milliarden Dollar wird der Markt bis 2008 voraussichtlich wachsen, 13 Milliarden Dollar allein für Suchmaschinen. Das ist mehr als Microsoft derzeit mit seinem Betriebssystem Windows einfährt. Kein Wunder, dass Microsoft-Gründer Bill Gates leicht genervt auf den Rivalen reagiert ("Google ist im Honeymoon, ich kenne das"), der ihm auch noch respektlos Talente abwirbt. Derzeit macht jeder Google-Mitarbeiter pro Jahr im Schnitt rund eine Million Dollar Umsatz. Microsoft schafft gerade etwas mehr als die Hälfte.

Google ist das erste Unternehmen, das ein Milliardengeschäft mit Medien macht, obwohl es keine eigenen Medien besitzt. AOL und Time Warner taten sich 1999 zum "Medienunternehmen der Zukunft" zusammen. Für AOL-Gründer Steve Case schien es von Nachteil, als Internetunternehmen keine eigenen Medien zu besitzen. Google hat ihn eines Besseren belehrt. Filme zu drehen, Fernsehsendungen, Zeitungen und Magazine zu produzieren ist teuer und braucht viel Personal. Time Warner, der nach Umsatz weltgrößte Medienkonzern, hat fast 85 000 Angestellte. Sie erzielten im vergangenen Jahr 2,9 Milliarden Dollar Gewinn. Google schaffte knapp die Hälfte - mit 5680 Mitarbeitern.

Das klappt nur, weil Google keine eigenen Inhalte schafft - sondern nur auf Texte, Bilder, Musik und Filme anderer verweist. Und den Service mit Anzeigen finanziert. Dabei dringt Google sogar in das traditionelle Anzeigengeschäft vor, hat gerade einen Werbespotvermarkter gekauft und versteigert auf der Google-Seite in den USA sogar Anzeigenplatz in Zeitschriften.

Lesen Sie weiter auf Seite 7: Das am schnellsten wachsende Nachrichtenmedium der Welt

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