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22.01.2007 
Spam mit Renaissance

Der Werbemüll kehrt zurück

von Lars Reppesgaard

Noch im vergangenen Sommer schien es so, als hätten die Anti-Spam-Softwareanbieter den technologischen Dauerwettlauf mit den Spam-Versendern gewonnen. Spezielle Softwarefilter identifizierten einen Großteil des Werbemülls. Auch Abwehrprodukte, die die Absenderadressen von Spam-Mails verfolgten oder untersuchten, auf welche Server die Hyperlinks in den Nachrichten führten, arbeiteten relativ erfolgreich. Doch der Schein trog. Vielmehr ist die neue Generation der unerwünschten Werbebotschaften Besorgnis erregend gut.

Illustration: Handelsblatt

Illustration: Handelsblatt

HAMBURG. Seit dem Herbst 2006 beobachten Sicherheitsexperten, dass die Zahl der Spam-Mails rapide zunimmt. Und nicht nur die absolute Anzahl der Spam-Mails steigt, sondern auch ihr Anteil am gesamten E-Mail-Verkehr. Im November 2006 ermittelte das britische E–Mail-Sicherheitsunternehmen Message Labs eine weltweite Spamquote von 74 Prozent. Zwei Drittel aller Mails, die deutsche E-Mail-Postfächer erreichen, sind laut Message Labs unaufgefordert zugeschickte Werbemails.

Das Sicherheitssoftware-Unternehmen F-Secure geht sogar davon aus, dass weltweit insgesamt 90 Prozent aller E-Mails mit Spam verseucht sind, und der Mailfilteranbieter Postini sortiert derzeit zehn von elf empfangenen Mails bei seinen weltweit 35 000 Kunden aus.

Besonders Besorgnis erregend: Eine neue Generation der unerwünschten Werbebotschaften hebelt immer häufiger die Abwehrmechanismen von E-Mail-Dienstleistern und Internetprovidern aus. So schaffen es wieder mehr Spams in die Postfächer der Computernutzer.

Die Rückkehr der Spam-Plage hat mehrere Ursachen. So haben die Spamversender ihre Verschleierungstechnik verbessert und an die Filtersysteme angepasst. Zunehmend werden für den Versand „ Botnets“ eingesetzt. Dies sind gigantische Netzwerke, die aus Computern bestehen, die Hacker irgendwann mit Schadenscode infiziert haben und die sie heimlich aus der Ferne steuern. Die gekaperten Spamschleudern haben für die Versender den Vorteil, dass die Analyse der Absenderadressen nicht mehr zuverlässig genug arbeitet, um Spam auszusperren.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Trickreich verstecken die Versender ihre Botschaften

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