Ein generelles Problem beim digitalen Videovertrieb online ist noch die mangelnde Bequemlichkeit. Die rund sieben Millionen Netflix-Kunden müssen Online-Filme noch umständlich über eine spezielle Software am PC-Monitor schauen. Als Betriebssystem wird Windows unterstützt, das Anschauen auf den Fernseher im gemütlichen Wohnzimmer ist nicht möglich. Apple dagegen wird die Filme aber voraussichtlich über seine Zusatz-Box Apple-TV auch in die Wohnzimmer bringen. Erst später im Jahr will der koreanische Hersteller LG eine TV-Box für Netflix auf den Markt bringen. Microsoft liefert Filme über seinen Web-Dienst Xbox live ins Haus und auch auf die TV-Geräte.
Filmverkauf und -vermietung online gilt noch immer als Nischenmarkt. „Viele Verbraucher sehen überhaupt keinen Sinn im Download“, sagt John Barrett vom Consultingunternehmen Parks Associates. Sie sparten höchsten die Autofahrt zur nächsten Videothek und säßen dafür im Gegenzug bei minderwertiger Bildqualität vor einem winzigen PC-Bildschirm. Noch Ende 2007 hatte die Einzelhandelskette Wal Mart ihren Online-Video-Vermietdienst nach nur einem Jahr sang- und klanglos eingestellt.
Deutsche Anbieter wie Arcor Video on demand oder maxdome tun sich noch schwer im Markt. Erst mit der zunehmenden Verbreitung schneller Internetanschlüsse und dem Einstieg in das Geschäft mit Filme im hochauflösenden HD-Format erhofft sich die Branche den wirklichen Durchbruch.


