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12.06.2008 
Aktualisiert 24.06.2008, 14:17 Uhr 
Pro und Contra

Die Geschäftsidee Web 2.0 ist tot!?

Seit Google-Chef Eric Schmidt in einem Interview klagte, dass "die Web 2.0 Architektur nicht für Umsatz" ausgelegt zu sei, wird diskutiert, ob sich mit dem Mitmachnetz in Zukunft überhaupt noch Geld verdienen lässt. Die Handelsblatt-Redakteure Jens Koenen und Thomas Knüwer sind unterschiedlicher Meinung.

Pro von Jens Koenen

FRANKFURT. Zugegeben, die These, das Geschäftsmodell Web 2.0 steht vor dem Scheitern, klingt überzogen, zumindest zugespitzt, erfreuen sich viele Sprösslinge des "neuen Internets" doch nach wie vor großer Beliebtheit. Gerade die so genannten Social Communities, jene digitalen Treffpunkte, boomen.

Noch dazu hat die Alte Welt in Sachen "Web 2.0" mächtig aufgeholt, sie wächst hier mittlerweile stärker als im Mutterland des Netzes, den USA. Doch gerade das, was hier so positiv klingt, ist ein erstes Warnsignal. Europa ist in der Adaption neuer Internet-Ideen stets langsamer als die USA. Übernahm der Alte Kontinent im Netz in der Vergangenheit erst die Rolle des Schrittmachers, war dies in der Regel der Vorbote eines sich abschwächenden Booms.

Alleine hierauf die These vom bevorstehenden Ende des Web-2.0-Booms zu gründen, wäre indes grob fahrlässig. Es gibt noch eine ganze Reihe anderer, weitaus schwergewichtigerer Indikatoren, die von härteren Zeiten für das Web 2.0 künden.

Da ist zunächst das Eingeständnis von Eric Schmidt, seines Zeichens Chef des Internet-Konzerns Google. Er glaube nicht mehr daran, dass man im Web 2.0 und speziell mit sozialen Netzwerken ausreichend Geld verdienen könne, hatte dieser jüngst erklärt. Wenn ein solcher Manager sich hinstellt und öffentlich die "Geschäftsfähigkeit" der Netzwerke in Frage stellt, muss es ernste Probleme geben.

Nun mag man einwenden, dass dies ein Einzelfall ist. Dass es Google eben noch nicht gelungen sei, eine tragfähige Geschäftsidee für das neue Web zu finden. Doch das Problem bei einer solchen Argumentation: Anderen ist das bislang auch nicht gelungen. Zwar arbeiten einige der großen Community-Seiten mittlerweile profitabel. Die wirtschaftlichen Daten, die bisher bekannt sind, sind aber alles andere attraktiv. Und sie rechtfertigen die exorbitant hohen Bewertungen solcher Portale nicht im Mindesten.

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