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20.12.2006 
Strategiewechsel nach Rückschlägen

Ebay macht eigene Seite in China dicht

Das weltgrößte Internet-Auktionshaus Ebay hat in den vergangenen Jahren eine beispiellose Erfolgsgeschichte geschrieben. Doch ausgerechnet auf dem schnell wachsenden Internetmarkt China kann sich Ebay nicht wirklich behaupten. Daher wird die Strategie im Reich der Mitte nun komplett geändert.

Ebay-Präsidentin Meg Whitman braucht in China Hilfe. Foto: apLupe

Ebay-Präsidentin Meg Whitman braucht in China Hilfe. Foto: ap

HB PEKING. Das Auktionshaus schließt seine eigene chinesische Internetseite und arbeitet künftig mit einem lokalen Partner zusammen. Mit dem chinesischen Internetportal und Anbieter drahtloser Verbindungen, Tom Online, gründet Ebay dafür ein Joint Venture, wie die Unternehmen am Mittwoch in Peking mitteilten. Das in Peking ansässige Tom Online wird vom Hongkonger Milliardär Li Ka-shing kontrolliert.

An dem neuen Gemeinschaftsunternehmen, das nächstes Jahr seinen neuen Internetauftritt startet, hält Ebay nur 49 Prozent. Das Auktionshaus mit Sitz in San Jose in Kalifornien steckt 40 Mill. Dollar Bargeld in das Joint Venture, während Tom Online eine Finanzierung von 20 Mill. Dollar zugesagt hat. Durch die Kooperation „mit einem starken lokalen Partner wie Tom Online“ sei Ebay künftig besser für den wachsenden chinesischen Markt positioniert, sagte Ebay-Präsidentin Meg Whitman in einer Mitteilung.

Erfolg in China für Ausländer schwierig

„Ebay ist ein weiteres Beispiel dafür, wie schwierig es für ausländische Unternehmen ist, in China Erfolg zu haben“, sagt Mark Canizares, Analyst bei CitisecOnlinbe in Manila. „Die Internetkultur unterscheidet sich in China und den USA stark voneinander. Deshalb haben einheimische Unternehmen bessere Chancen.“ Ebay ist nicht das einzige Webunternehmen, das Partner sucht, Konkurrent Yahoo etwa ist bereits 2005 eine Partnerschaft mit dem lokalen Suchdienst Alibaba eingegangen.

Analysten halten das geplante Gemeinschaftsprojekt mit Tom Online für flexibler als das bestehende Ebay-Angebot in China. Neue Produkte und Dienstleistungen ließen sich schneller einführen, erwartet Liu Bin, Internetexperte beim Analysehaus BDA China Ltd. Schließlich sei keine Abstimmung mit den USA mehr erforderlich. Tom Online verstehe den chinesischen Auktionsmarkt zudem besser. Hier würden die Auktionen eher von Kleinunternehmern genutzt als von Privatleuten.

Auch beim Projekt mit Tom Online werden chinesische Anbieter an Käufer aus dem Ausland verkaufen können, sagte die mit den Unternehmensplänen vertraute Person.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Neuer Auftritt soll neue Möglichkeiten bieten

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