Start als journalistisches Experiment
Was laut Konzeptpapier als „innovativ-journalistisches Experiment“ begann hat sich seit seinem Start im September 2006 innerhalb kurzer Zeit zu einem mehrfach ausgezeichneten professionellen Video-Format im Web entwickelt. Die Idee des Elektrischen Reporters ist es, sich vom typischen Fernsehinfo-Schnipsel zu lösen und in einem Interviewformat den Gesprächspartnern ausreichend Zeit für die Darstellung ihrer Ideen zu geben.
Der thematische Fokus liegt auf dem Internet und dessen gegenwärtigen und zukünftigen Auswirkungen auf Gesellschaft, Kultur und Wirtschaft. In den bisher erschienen 32 Folgen kamen Autoren wie Peter Glaser, Vordenker wie der US-Rechtsprofessor Lawrence Lessig und Web-Pioniere wie der Wikipedia-Gründer Jimmy Wales zu Wort.
Gerne nutzt der Elektrische Reporter das dabei erworbene Wissen auch selbst für die Weiterentwicklung des eigenen Video-Weblogs. So wurde beispielsweise nach dem Interview mit Roger Fischer, dem Geschäftsführer der schweizer Kaywa AG, der Kaywa-Reader als letzte technische Neuerung eingebunden. Mittels eines Barcodes können nun die Nutzer die Videos direkt für ihr Handy abonnieren.
Handelsblatt-Video: Tagesgeschehen im Blick – hier bewegt sich was!
Der eigentliche Erfolg des Elektrischen Reporters sind aber nicht die Auszeichnungen, sondern der Erfolg bei den Nutzern. Mehr als 2500 Videos werden jeden Tag heruntergeladen. Dabei werden die Filme nicht nur über das eigene Video-Weblog verbreitet, was auch die Jury lobend erwähnt: „Der Elektrische Reporter wird vorbildlich aufbereitet: Er sendet nicht nur unter seiner eigenen Domain, sondern auch über die „angeschlossenen Funkhäuser“ von Sevenload bis Youtube. Ein ganzes Spektrum von Video- und Audiofeeds lässt sich zudem abonnieren.“
Für die Zukunft hofft Mario Sixtus, dass sein Beispiel Schule macht: "Günstige, digitale Videoproduktionstechnik, kombiniert mit den vielfältigen Distributionsmechanismen des Netzes, bieten dem Journalismus vollig neue Chancen der Informations- und Wissensvermittlung. Ich würde mich freuen, wenn Online-Redaktionen und journalistische Einzelkämpfer dieses Feld verstärkt experimentell erkunden würden, anstatt einfach nur Fernsehnachrichten im Web zu replizieren."
Lesen Sie weiter auf Seite 3: Preisträger des Grimme Online Award 2007 auf einen Blick

