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26.02.2007 

Daimler-Chrysler hat mit Mercedes-Benz Island eine virtuelle Niederlassung in der Online-Welt Second Life. Foto: apLupe

Daimler-Chrysler hat mit Mercedes-Benz Island eine virtuelle Niederlassung in der Online-Welt Second Life. Foto: ap

Wer die ersten Schritte in Second Life macht, kann verstehen, warum sich so viele Web-Fans schlagartig in die Plattform verlieben. Ist die Software heruntergeladen, braucht es vielleicht noch eine Viertelstunde, bis der Neuling sich eine virtuelle Spielfigur, den Avatar, erstellt hat, bis er gehen, fliegen, Dinge aufnehmen, sich teleportieren kann (siehe „Zweites Leben“).

Wahrscheinlich hat der Second-Life-begeisterte das aber nicht an seinem Bürocomputer selbst erfahren. Denn für Second Life braucht es einen schnellen Rechner mit guter Grafikkarte, eine schnelle Internetverbindung und eher leger gehandhabte Sicherheitssysteme. Für Administratoren von Firmennetzen ist das Programm ein Albtraum.

Wer einmal drin ist im zweiten Leben, wandelt und fliegt durch eine abwechslungsreiche Welt aus Stränden, futuristischen Bauten, Diskos und jeder Menge Rotlichtviertel. Erdacht wurde sie von Linden Labs aus San Francisco. Geld nimmt das Unternehmen über das Vermieten von Grundstücken an Second-Life-Nutzer ein. Diese virtuellen Grundstücke können die Mieter dann weitergeben oder sie mit Häusern bebauen, in denen sie Wohnungen weitervermieten. Außerdem können Nutzer auch Geld eintauschen in die Second-Life-Währung Linden-Dollar.

Profitabel ist Linden Labs nicht. 2005 erst mussten elf Millionen Dollar Risikokapitel her, Netzprominenz wie Amazon-Gründer Jeff Bezos und Ebay-Chairman Pierre Omidyar beteiligte sich.

Das Geld ist dringend nötig: Jedes neu gekaufte Stück Land, jeder neue erschaffene Gegenstand belastet die Server von Linden Labs. Ständig kommt es zu Systemausfällen, fast im Wochenabstand müssen Nutzer eine neue Softwareversion installieren. In den vergangenen Tagen klagten viele Bewohner, dass ihr zweites Leben sie nicht hineinlasse. „Second Life ist technisch extrem unreif“, kritisiert Yesha Sivan, der Chef des Center for Internet, Metaverse and Society an der Technischen Universität von Tel Aviv. Er beschäftigt sich intensiv mit virtuellen Welten.

Und dabei ist die Nutzerschar längst nicht so groß, wie mancher glaubt. Über 3,5 Millionen Einwohner zählt Second Life offiziell. Oder besser: 3,5 Millionen Avatare – denn mindestens ein Drittel aller Nutzer gönnt sich mehrere Online-Identitäten.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Firmenauftritte in Second Life entwickeln sich zu echten Kostenfaktoren

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