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22.12.2006 
Verspätete Lieferungen

Geschenkefrust beim Online-Kauf

von Christina Otten und Daniel Schnettler

Immer mehr Deutsche erparen sich das vorweihnachtliche Gewühl in den Innenstädten und bestellen ihre Geschenke bequem von zu Hause aus. Ein Klick im Online-Shop reicht, und schon wird das Produkt geliefert. Oder auch nicht. Denn die „garantierte Zustellung zum Fest“ entpuppt sich allzu häufig als falsches Versprechen. Selbst renommierte Anbieter sorgen für Ärger.

Bringt der Paketbote das sehnlichst erwartete Weihnachtsgeschenk noch rechtzeitig? Foto: apLupe

Bringt der Paketbote das sehnlichst erwartete Weihnachtsgeschenk noch rechtzeitig? Foto: ap

DÜSSELDORF. Ein persönliches Geschenk sollte es werden. Unzählige Stunden Arbeit stecken drin. Fotos aussortieren, einscannen, bearbeiten, drapieren. Doch auf die selbst gestalteten Fotokalender, bestellt beim Fotolabor im Web, müssen Väter und Mütter, Freunde und Tanten wahrscheinlich bis nach Weihnachten warten. Denn am Mittwochabend trudelte eine E-Mail des Anbieters fotokasten.de ein, in dem dieser lapidar mitteilte, dass es wohl nichts werde mit der fest versprochenen Lieferung vorm Fest. Technische Schwierigkeiten seien der Grund.

Die Geschichte ist kein Einzelfall. Bei den Lesern von Handelsblatt.com steht nach einer nicht repräsentativen Umfrage fast jeder vierte am Heiligabend mit leeren Händen da, weil der Versender nicht geliefert hat. Der Bundesverband des Deutschen Versandhandels spricht zwar davon, dass es keine großen Probleme mit liegen gebliebenen Bestellungen gebe. Doch sie existieren, die schwarzen Schafe. Böser Wille dürfte in den seltensten Fällen dahinter stecken. Die Händler haben in der Vorweihnachtszeit nach ersten Erhebungen einfach gut zu tun. Ärgerlich ist es für den Kunden dennoch.


Umfrage Frage des Tages:
Sind alle Ihre bestellten Geschenke rechtzeitig eingetroffen?


Der weltweit größte Online-Händler Amazon wirbt auf seiner deutschsprachigen Seite mit Liefergarantien und entspannten Einkäufen zu Weihnachten. Vor bösen Überraschungen schützt das dennoch nicht. So bestellte eine Kundin am 13. Dezember eine Stereoanlage bei amazon.de. Diese sollte bis zum 20. Dezember eintreffen. Als sich auch am 21. der Paketbote nicht blicken ließ, überprüfte die Kundin ihr Bestellkonto bei Amazon und fand dort die Mitteilung: „Lieferung erfolgt erst nach dem 26. Dezember.“ Kein Wort zur plakativ beworbenen garantierten Lieferung bis zum Fest.

Amazon erklärte auf Nachfrage von Handelsblatt.com: „Das Produkt war kurzfristig beim Hersteller vergriffen.“ Inzwischen sei es aber wieder vorrätig und werde umgehend versandt.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Der Kunde hat Anspruch auf Schadenersatz.

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