0 Bewertungen
23.04.2007 
Besorgnis über Doubleclick-Kauf

Google ruft Datenschützer auf den Plan

von Axel Postinett

In den USA wächst die Kritik am Doubleclick-Kauf von Google. Nach Microsoft und AOL äußern jetzt auch Datenschützer Bedenken. Derweil laufen Googles Geschäfte glänzend: Der Suchmaschinenriese hat im vergangenen Quartal fast 70 Prozent mehr verdient, der Umsatz kletterte um über 60 Prozent.

Google hat im vergangenen Quartal knapp eine Milliarde Dollar verdient. Foto: apLupe

Google hat im vergangenen Quartal knapp eine Milliarde Dollar verdient. Foto: ap

DÜSSELDORF. Die ungebremste Dynamik des Suchmaschinengiganten Google – in den USA dominiert Google nun fast 50 Prozent des Web-Suchmarktes – ruft immer mehr Kritiker auf den Plan. Nach Konkurrenten wie Microsoft und AOL wollen jetzt auch US-Datenschützer Front gegen den Kauf des Internet-Werbedienstleisters Doubleclick-Deal machen. Doubleclick vermarktet wie Google Anzeigen auf Internetseiten.

Das Electronic Privacy Information Center hatte am Wochenende bei den US-Aufsichtsbehörden davor gewarnt, dass beide Unternehmen ihre gigantischen Datenbestände zusammenführen könnten, die sie über Jahre hinweg über die Websurfer angesammelt hätten.

Doubleclick erklärte daraufhin, dass Google weder Zugang zu den Daten erhalten werde, noch sie mit seinen eigenen Daten verknüpfen dürfe. „Die gesammelten Daten werden immer Eigentum unserer Kunden bleiben“, beteuerte das New Yorker Unternehmen in einer Mitteilung.

Die Bedenken der Datenschützer wurden geschürt durch ein weiteres Rekordquartal des Suchmaschinenbetreibers Google. Mit einem Gewinnausweis oberhalb der Analystenerwartungen hat das Unternehmen erneut seine haushohe Überlegenheit demonstriert.

Während Yahoo, mit großem Abstand die Nummer zwei hinter Google, zuvor einen Gewinnrückgang von knapp elf Prozent ausweisen musste, schoss Googles Nettogewinn im ersten Quartal 2007 69 Prozent auf knapp eine Milliarde Dollar nach oben. Der Quartalsumsatz kletterte um 63 Prozent auf 3,66 Mrd. Dollar – ein neuer Rekord. Nach Abzug der Provisionen für Werbepartner blieben 2,53 Mrd. Dollar.

Ausschlaggebend war erneut das boomende Suchmaschinengeschäft, die Drehscheibe für fast alle Werbeaktivitäten. Eine ausgeklügelte Software ermöglicht es Werbetreibenden, Textanzeigen zu Suchergebnissen zu schalten und den Erfolg ihrer Anzeigen online zu messen und zu optimieren.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Yahoos Technologieoffensive lässt Google kalt.

Yahoo hatte zwar kürzlich mit „Panama“ ein verbessertes Anzeigenverwaltungssystem ins Rennen geworfen, aber das habe „sichtbar keinen negativen Einfluss auf Google gehabt“, sagte Youssef Squali, Analyst bei Jefferies in New York gegenüber CNNMoney.com. Die Google-Zahlen seien „durchweg stark“. Analyst Mark May von Needham & Company erhöhte am Freitag sein Kursziel für Google von 537 auf 575 Dollar.

Für Yahoo dürfte die Luft noch dünner werden. Denn mit dem angekündigten Kauf des Online-Werbedienstleisters Doubleclick für 3,1 Mrd. Dollar in bar greift Google die stärkste Bastion von Yahoo an, die Display-Anzeigen. Also Bildanzeigen und Online-Banner. Hier ist Yahoo heute Marktführer.

Yahoo muss diese Herausforderung beantworten, zumal das Unternehmen auch im Bereich „Social Networking“ zurückgefallen ist, einem der „Umsatztreiber der kommenden Jahre“, so May, der aber auch die Yahoo-Aktie weiter als „Kauf“ sieht. Google hatte sich 2006 für gut 1,6 Mrd. Dollar in Aktien die Social Networking- und Video-Webseite Youtube gesichert, der Medienkonzern News Corp. die Seite „Myspace.com“.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterHandelsblatt Quiz

Katastrophen: Was war der lauteste Knall der Geschichte?

Los geht's!Schon gehört? Es hat ordentlich gekracht in ... – Schneller schlau, die tägliche Portion Wissen.