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17.12.2007 
Wikipedia-Gründer gibt sich gelassen

Google weitet Machtbereich aus

von Axel Postinett

Der US-Internetgigant plant den Start einer eigenen Online-Enzyklopädie und greift damit Marktführer Wikipedia an. Das Vorhaben ist – nach der Übernahme der Videoplattform Youtube – ein weiterer wichtiger Schritt vom Weborganisator zum Web-Inhalteanbieter. Doch am Gelingen gibt es auch Zweifel.

Google plant eine eigene Enzyklopädie. Foto: dpaLupe

Google plant eine eigene Enzyklopädie. Foto: dpa

DÜSSELDORF. Früher wollte Google nur "das Wissen der Welt digital organisieren und zugänglich machen". Heute ist es dem Suchmaschinengiganten nicht mehr genug, nur auf fremdes Wissen zu verweisen: Mit der Web-Enzyklopädie "Google Knol" werden bald in großem Stil von Google kontrollierte Inhalte auf den Servern liegen, um sie ? mit passender Werbung versehen ? an den Web-Nutzer zu bringen.

Anders als bei der Wissensdatenbank » Wikipedia sollen bei Knol nur namentlich genannte Autoren schreiben. Die sollen auch allein für ihre Inhalte verantwortlich sein. Es darf mehrere "Knols" zum gleichen Thema geben, um die Konkurrenz zu stärken. Die Autoren werden - wenn sie Anzeigen akzeptieren wollen - an Werbeeinnahmen aus Anzeigen beteiligt werden, heißt es. Das ist im Grunde lediglich eine Weiterentwicklung des Partnerprogramms Google Adsense. Auch hier können Webseiteninhaber gegen Umsatzbeteiligung Google -Anzeigen auf ihren Seiten erlauben. Google hat im dritten Quartal 2007 rund 4,2 Mrd. Dollar umgesezt, fast ausschließlich mit Online-Textanzeigen, die an Suchworte geknüpft sind.

Googles Problem heute: Die ersten Treffer bei einer Google -Suche sind regelmäßig Verweise auf Wikipedia -Seiten. Dort kann Google aber nicht werben, da die Mutter Wikimedia eine Non-Profit-Organisation ist und anzeigenfrei bleiben muss.

Knol soll die Toppositionen der Trefferlisten zurückerobern und die Position Googles im Online-Werbemarkt damit ausbauen. "Ein Knol zu einem Thema soll das erste sein, was der Suchende im Internet aufrufen will", schreibt Projektmanager Udi Manber im » Google-Blog. Man werde Knols keine Sonderbehandlung in den Trefferlisten einräumen, aber sie "da platzieren, wo sie hingehören". Darin habe man viel Erfahrung. Das dürfte für kleine Knol-Konkurrenten letztlich eine Herabstufung nach sich ziehen. Zumal das Google -Angebot durch den finanziellen Anreiz und die Namensnennug Qualitätsprobleme und Vandalismus (bösartige Verfälschungen von Artikel) vermeiden will, die Wikipedia in Verruf bringen. Das könnte eine indirekte Höherbewertung von Knols nach sich ziehen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Nicht alles was Google anfasst wird zu Gold

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