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22.01.2007 
Prozesse

Haft für Online-Handel mit Selbstmordpillen?

dpa WUPPERTAL. Ein Internet-Händler von Pillen für Selbstmörder soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft für fünf Jahre hinter Gitter. Durch die Medikamenten-Cocktails des geständigen Angeklagten seien zwei Menschen gestorben und sieben ins Koma gefallen, sagte die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer vor dem Wuppertaler Landgericht.

Der 23-Jährige habe 16 besonders schwere Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz begangen. Er habe schützenswerte Menschen ausgenutzt und seine eigene Tatbeteiligung kühl und berechnend verschleiert. Beim Prozessbeginn war die Anklage noch von sechs Toten ausgegangen. Das Urteil soll an diesem Mittwoch verkündet werden.

Der Angeklagte hatte gestanden, über das Internet mit tödlichen Medikamenten gehandelt zu haben. Die Verteidiger stellten am Montag keinen konkreten Strafantrag, wiesen aber darauf hin, dass der Angeklagte keinen Einfluss auf die Verwendung der Medikamente gehabt habe. Ihrem Mandanten seien allenfalls einfache Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz zur Last zu legen.

In Internetforen für Selbstmörder hatte sich der Wuppertaler als Fachmann für Gifte und einen „sauberen Abgang“ ausgegeben. Fast 8 000 Euro, zwei Laptops und eine Digitalkamera soll er für seinen Medikamenten-Mix aus Beruhigungsmitteln und Anti-Epileptika erhalten haben. Insgesamt soll er fast 1 700 Pillen verschickt haben.

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