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01.04.2006 
Web-Kameras

In 80 Minuten um die Welt

von Kirsten Niemann

Der Google-Reisende von heute überfliegt Dschungel und Ozeane, nähert sich dem Ziel aus der Vogelperspektive und hat dabei immer alles im Griff. Auch Krisenherde in Afghanistan können ihm nichts anhaben. Das Verkehrsmittel ist der Mausklick

Screenshot der Software Google Earth, die vom Schreibtisch aus atemberaubende Blicke in die entlegensten Orte der Welt gewährt.Lupe

Screenshot der Software Google Earth, die vom Schreibtisch aus atemberaubende Blicke in die entlegensten Orte der Welt gewährt.

BERLIN. Auf dem Bildschirm rotiert die Weltkugel. Der Blick saugt sich auf Europa, das Blaue muss die Nordsee sein, sie kommt immer näher. Schließlich schießt die Kamera auf die Luftaufnahme einer Stadt. Ein Stadtplan klappt auf: London.

Bunte Flecken fahren auf der Themse, die Straßen sind grau und eng. Bis auf 40 Meter zieht der Zoom heran, dann verschwimmt das Bild. Covent Garden sieht aus, als hätte ein Kurzsichtiger vergessen, sich die Brille aufzusetzen. Punkte zeigen, wo Live-Kameras installiert sind.


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Ein paar Mausklicks später steht der Reisende vor Porter's English Restaurant. Es ist diesig in London, die Menschen tragen Regenschirme, das Licht der Autos spiegelt sich auf der nassen Straße. Im Pub lockt ein Malt – doch bevor der Mensch beim Whisky versackt, besinnt er sich auf seine Aufgabe und die lautet: in 80 Minuten um die Welt.

Auf geht's: Covent Garden wird immer kleiner, die Weltkugel dreht sich weiter nach Osten. Wofür Jules Vernes Romanfigur Phileas Fogg noch 80 Tage unterwegs war, geht heute in knapp eineinhalb Stunden: ein Trip um die Welt.

Fogg reiste mit den unterschiedlichsten Verkehrsmitteln: Er nahm die Eisenbahn, den Postdampfer, den Frachter – er ritt sogar auf einem Elefantenrücken. Der Google-Reisende von heute überfliegt Dschungel und Ozeane, nähert sich dem Ziel aus der Vogelperspektive und hat dabei immer alles im Griff. Auch Krisenherde in Afghanistan können ihm nichts anhaben. Das Verkehrsmittel ist der Mausklick. Das Medium heißt Google Earth, ein Internet-Globus im 3-D-Format. Ungefähr 20 000 Orte sind bislang als Karten und Stadtpläne in das System gespeist. Bis auf 40 Meter kommt der Weltgoogler an sein Ziel heran. Wer mehr sehen will, muss in eine Web-Kamera schauen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Mit Hilfe von Google Earth sieht der Reisende nicht nur die Umrisse der Insel von oben.

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