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15.01.2007 
Kriminalität

Jugendschutzexperte: Nicht jeder im Chat ist nett

dpa KöLN. Minderjährige sind im Internet nach Ansicht von Jugendschützern besonderen Gefahren ausgesetzt. „Nicht jeder im Chat ist nett“, sagte der Jugendschutzexperte Sebastian Gutknecht von der Arbeitsgemeinschaft Kinder und Jugendschutz Nordrhein-Westfalen in einem dpa-Gespräch.

„Kinder sollten alles für sich behalten, was vorschnell im Internet ihre wahre Identität preisgibt.“ Vor allem die Adresse, die Handynummer oder private Fotos sollten sie niemandem schicken, den sie nicht persönlich kennen. „Niemand würde seine Handynummer am Hauptbahnhof aufhängen und darunter schreiben 'Ruf mich an'“, sagte Gutknecht. Genauso gebe es Verhaltensregeln für Chat-Räume im Netz.

Eltern müssten grundsätzlich für ein Vertrauensverhältnis sorgen und das Verhalten ihrer Kinder im Internet beobachten. Nur dann würden sich ihre Kinder auch an sie wenden, wenn sie Kontakt zu Personen im Netz bekommen, die außergewöhnliche Fragen beispielsweise zur sexuellen Reife stellten. „Es gibt Menschen in Chatrooms, die es darauf anlegen, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen und Kindern aufreizende Bilder oder Zusagen für ein Treffen zu entlocken.“ Es komme darauf an, Kinder früh genug dafür zu sensibilisieren, dass dies eine Masche sein könne. Wenn sich Kinder mit Erwachsenen treffen wollten, müssten die Eltern mitgehen oder einen anderen Erwachsenen mitschicken.

„Kinder freuen sich oft, dass sie im Internet schnell Kontakte bekommen, die sie im realen Leben vielleicht nicht so haben oder die in der Realität mühsamer aufzubauen sind“, sagte Gutknecht weiter. Es komme dann darauf an, dass Eltern immer wieder auf den Unterschied zwischen Chat-Raum und Wirklichkeit hinwiesen.

Auf der Seite www.jugendschutz.net können sich Eltern über Chat- Räume informieren. Die Rubrik heißt „Chatten ohne Risiko? - Zwischen fettem Grinsen und Cybersex“.

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