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09.02.2007 
Vorstoß von EMI und Apple

Kopierschutz wird zum Auslaufmodell

Der Kopierschutz für Musikdateien ist ein Ärgernis: Entweder weigert sich der MP3-Player, den Song abzuspielen. Oder bei einem Systemfehler von Windows sind plötzlich alle Lizenzen verschwunden und die gekauften Musikdateien damit wertlos. Doch jetzt bröckelt die Front der Kopierschutz-Lobby.

Der iPod Shuffe, Apples kleinster mobiler Musikspieler. Foto: HerstellerLupe

Der iPod Shuffe, Apples kleinster mobiler Musikspieler. Foto: Hersteller

HB NEW YORK. Die Plattenfirma EMI will möglicherweise ihren gesamten Musikbestand für den Online-Vertrieb bereitstellen, ohne dabei auf den bisher üblichen Kopierschutz zu bestehen. Bei entsprechenden Verhandlungen mit kommerziellen Musikportalen gehe es offenbar vor allem um die Höhe des Kaufpreises, berichtet am Freitag das „Wall Street Journal“.

Bislang werden beim digitalen Musikvertrieb unterschiedliche Software-Techniken eingesetzt, die das beliebige Kopieren der Audiodaten verhindern. Diese Techniken mit der Bezeichnung DRM (Digital Rights Management) beschränken auch das Kopieren von Musik auf mobile Geräte.

EMI hat nun nach Informationen des „Wall Street Journals“ Online-Händler aufgefordert, Angebote für die Bereitstellung von Musiktiteln im DRM-freien MP3-Format zu machen. EMI ist gemessen am Umsatz die drittgrößte Plattenfirma der Welt und hält unter anderem die Rechte für die Musik der Rolling Stones und der Rockband Coldplay.

EMI-Sprecherin Jeanne Meyer lehnte es auf Anfrage ab, zu dem Zeitungsbericht Stellung zu nehmen. Allerdings äußerte sie sich positiv über jüngste Tests, Singles ohne DRM im MP3-Format zu verbreiten, zuletzt etwa mit einem Titel von Norah Jones. „Die Ergebnisse dieser Versuche waren sehr positiv, und das Feedback der Fans fiel geradezu enthusiastisch aus“, sagte die Sprecherin.

Zu Beginn der Woche hatte Apple-Vorstandschef Steve Jobs die Musikverleger aufgerufen, ihr Beharren auf DRM aufzugeben. Diese Einschränkungen hätten wenig erreicht, um die Verbreitung von Raubkopien einzudämmen. Ihre Abschaffung würde hingegen dem Markt für Online-Musik neue Impulse geben, erklärte Jobs.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Jobs sieht sich von Musikfirmen gegängelt.

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