Musik-Videospiele wie "Guitar Hero" oder "Rock-Band" verkaufen sich in den USA millionenfach. Der große Gewinner neben den Herstellern ist die Musikindustrie. Denn die Spieler geben für die Musik-Downloads viel Geld aus. Die Bands stehen Schlange: Wer es ins Spiel schafft, macht gute Geschäfte.
SANTA MONICA. Joe Perry war "mächtig sauer". Der Gitarrist der Kult-Band Aerosmith hatte mitbekommen, dass seine Band mit keinem Titel bei "Guitar Hero" vertreten war. Die Rockstar-Simulation - mehr Phänomen als Videospiel - hat die US-Partyszene im Sturm erobert und dem Spieleriesen Activision in nur 26 Monaten eine Milliarde Dollar Umsatz eingespielt. Medienriese ViacomUnd so funktioniert es: Der Fan schlüpft in die Haut von Rock-Musikern, die Musik dröhnt aus der Stereoanlage, die (vereinfachten) Griff- oder Beat-Folgen für Plastik-Klampfe oder Digital-Schlagzeug werden am Bildschirm angezeigt. Wer Welthits sauber nachspielt, macht Karriere, geht auf Tournee, hat kreischende Fans und Groupies.
In den Starterpaketen für 100 bis 140 Dollar - inklusive Gitarre - sind nur ein paar Lieder dabei. Das große Geschäft kommt später: Vom naturgetreuen Nachbau der legendären "Fender Stratocaster", der meistverkauften E-Gitarre, für hunderte Dollar bis zum Lieblingssong kann der Fan alles kaufen. Und sie zahlen: Lieder kosten bei Guitar-Hero
1,99 Dollar pro Stück, Rock-Band nimmt zwischen 99 Cents und 2,99 Dollar. Zum Vergleich: Im Apple
-Musikshop
iTunes werden die gleichen Songs für 99 Cents verkauft.
Absoluter Verkaufshit bei Rock-Band ist das Fan-Paket der Heavy-Metal-Band Metallica, gefolgt von Police und Queen. Jedes Künstlerpaket enthält drei Titel. Wollen Möchtegern-Stars online im musikalischen Zweikampf etwa auf Microsofts
Xbox live-Plattform gegeneinander antreten, müssen zuvor alle den entsprechenden Song kaufen.
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