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02.08.2006 
Bundesregierung

Merkels Blog setzt Maßstäbe

Angela Merkel und ihr Videoblog - Das ist ein bemerkenswertes Paar und ein Vorzeigegespann. Seit Anfang Juni erklärt die Kanzlerin immer samstags den Bürgern per Videokurzbotschaft im Internet die Innenpolitik.

Hier bloggt die Kanzlerin. Quelle: dpaLupe

Hier bloggt die Kanzlerin. Quelle: dpa

dpa BERLIN. Damit greift die 52-Jährige als weltweit erste Regierungschefin ein sehr junges Medium auf. Und bei aller Kritik wegen hoher Kosten und zunächst wenig transparenter Auftragsvergabe erntet Merkel dafür auch Lob: In der Nutzung neuer Medien ist sie nicht nur der Opposition eine Nasenlänge voraus, sondern lässt auch deutsche Unternehmen alt aussehen.

Videoblog ist eine dieser typischen Vokabeln im Fachchinesisch der Internetgemeinde. Sie steht als Kürzel für Videoweblog - also ein Internettagebuch (Weblog oder Blog) mit bewegten Bildern. Nach den Radiosendungen zum Herunterladen (Podcast) sei dies der neueste Trend, sagt Kommunikationswissenschaftler Ansgar Zerfaß von der Universität Leipzig.

In Deutschland fasse das Medium seit etwa einem dreiviertel Jahr Fuß und sei bislang vor allem bei Privatnutzern beliebt, ergänzt er. „Unternehmen sind dabei, sich die Sache anzuschauen.“ Hier zu Lande hätten zwei Firmen Videoblogs zu Werbezwecken produziert. In den USA und Frankreich setzten sich Abteilungsleiter oder Firmenchefs schon regelmäßig vor die Webcam. Ihre knackigen Ansprachen sollen die Belegschaft motivieren und die Identifikation mit der Firma steigern.

„Ich habe einfach drauf losgelegt“, beschreibt Merkel ihren Start in einem Interview mit der Bloggerin Katharina Borchert. Ihren Auftritt beschreibt die Kanzlerin selbstkritisch als „mehr wie eine Neujahrsansprache“. Dabei war die ursprüngliche Idee „quick and dirty“, wie Zerfaß es nennt. Jeder sollte schnell und - frei übersetzt - ohne viel technisches Tamtam seine Videoschnipsel ins Internet stellen können. Merkel räumt ein: „Dann ist mir auch aufgefallen, dass es vielleicht für die, die da gucken noch ein bisschen steif ist, wenn ich da immer so vom Teleprompter ablese.“

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Vielleicht weiteren Trend gestartet

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