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25.07.2006 
Steigende Anforderungen des Webs

Neue Browser für das Internet-Volk

Da sich die Nutzung und Anforderungen des Webs mittlerweile drastisch geändert haben müssen auch die Internet-Browser generalüberholt werden. Die neuen Versionen sollen einen Flock für das soziale Web bilden.

Opera-Chef Jon S. von Tetzchner präsentiert den neuen Browser seines Unternehmens. Foto: apLupe

Opera-Chef Jon S. von Tetzchner präsentiert den neuen Browser seines Unternehmens. Foto: ap

HB NEW YORK. Die bekanntesten Web-Browser stehen damit vor umfangreichen Veränderungen. Den Anfang machte die norwegische Softwarefirma Opera, die ihren Browser in der Version 9 vorstellte. Vom inzwischen fünf Jahre alten Internet Explorer 6 von Microsoft und vom Firefox von Mozilla werden noch im Laufe dieses Jahres finale neue Versionen erwartet. "Die Menschen nutzen den Browser heute ganz anders", begründet Microsoft-Manager Dean Hachamovitch die Neuentwicklung.

Ein Grund für die neuen Versionen sind auch die gestiegenen Sicherheitsanforderungen, da Betrüger immer öfter versuchen, Schwächen in den Browsern für ihre Zwecke auszunutzen. Hinzu kommt auch, dass inzwischen mehr und mehr Anwendungen, die früher nur als eigenständige Programme auf dem PC arbeiteten, als so genannte Web-Anwendungen genutzt werden. E-Mail, Textverarbeitung und Tabellenkalkulationen laufen direkt im Browser. Firmen wie Google, Yahoo und auch Microsoft verwenden enorme Ressourcen darauf, diese Web-Anwendungen zu entwickeln - und die Browser-Entwickler versuchen ihrerseits natürlich alles, damit die Anwendungen möglichst glatt laufen.

"Völlig anders als vor zehn oder 15 Jahren"

"Die meisten Programme, die heute entwickelt werden, nutzen zumindest teilweise die Browser. Das ist noch völlig anders als vor zehn oder 15 Jahren", sagt Christen Krogh, Vizepräsident von Opera. "Damals waren die Browser noch eine Art Druckerpressen", die statische Seiten darstellten.

Was die Funktionalität betrifft, hat der Internet Explorer am meisten aufzuholen. Er wird aber in der Version 7 auch das schon von Firefox und Opera bekannte Tabbed-Browsing unterstützen, bei dem für neue Web-Sites nur neue Fenster innerhalb des bestehenden Browsers geöffnet werden, die dann bequem über Karteireiter angeklickt werden können. Sicherheit wird bei allen neuen Browsern groß geschrieben. Der Internet Explorer 7 (IE7) wird dabei noch über das Service Pack zwei zu Windows XP hinausgehen, wie Hachamovitch erklärt.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Besserer Schutz vor Phishing-Sites

Screenshot des neuen Microsoft Internet Explorer 7.Lupe

Screenshot des neuen Microsoft Internet Explorer 7.

Besserer Schutz vor Phishing-Sites

Verbessert wird auch der Schutz vor Phishing-Sites, also falschen Web-Seiten, die sich zum Beispiel nur als Portal einer Bank ausgeben, tatsächlich aber von Betrügern betrieben werden, die an die Daten ahnungsloser Kunden gelangen wollen. Der IE7 wird dann künftig eine Warnung ausgeben, wenn ein Sicherheitscheck negativ ausfällt, oder den Zugriff auf die Seite gar ganz blockieren. Ähnlich wird auch der neue Firefox arbeiten.

Ganz andere Wege geht der Browser Flock, der auf Firefox basiert. Dieser Browser unterstützt besonders das neue "soziale Web", in dem die Nutzer viele persönliche Dinge mit anderen teilen. So lassen sich Fotos per Mausklick direkt in die Foto-Community verschieben oder interessante Nachrichten sofort in das eigene Blog einbinden. Der Nutzer wird auch sofort informiert, wenn andere in einer registrierten Web-Site neue Bilder eingestellt haben. Während der IE7 nur auf Windows XP mit Service Pack zwei laufen wird, kommen Firefox und Mozilla auch mit anderen Betriebssystemen wie Linux oder Mac OSX und älteren Windows-Versionen zurecht.

Das MSN-Portal wird überarbeitet

Parallel hat Microsoft eine komplette Neugestaltung seines Online-Portals MSN für den 1. Januar 2007 angekündigt. Dafür werde auch eine eigene Redaktion für die verschiedenen Themenbereiche aufgebaut, erklärte Microsoft. Diese so genannten Channels würden ebenfalls überarbeitet. Kern des neuen Angebots seien die Bereiche News, Auto, Entertainment (mit Musik, Spielen, Video, Fernsehen und Kino), Technologie und Geld. Weitere Themen sind zum Beispiel Sport und Gesundheit. MSN will seinen Nutzern auch die Einbindung von eigenen Inhalten ermöglichen. Dafür sollen unter anderem die Inhalte in den Channels mit anderen Angeboten wie dem Messenger, Spaces oder Mail verknüpft werden können. Das Portals solle zudem künftig auch mobil, über Media Center und Pocket PC verfügbar sein.

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