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18.09.2007 
Ab Mittwoch komplett kostenlos im Netz

New York Times öffnet die Online-Tore

von Stephan Dörner

Zahlende Leser brachten der New York Times zuletzt zehn Millionen Dollar Jahresumsatz. Trotzdem öffnet das renommierte US-Blatt nun die Online-Tore und verabschiedet sich weitgehend vom Modell der Bezahlinhalte. Ab Mittwoch sollen die Leser alle Artikel der Zeitung ab 1987 kostenlos online lesen dürfen. Davon erhofft sich das Blatt mehr Werbeeinnahmen.

Der Stammsitz des renommierten Blattes in New York. Foto: apLupe

Der Stammsitz des renommierten Blattes in New York. Foto: ap

NEW YORK. Der Strategiewechsel erfolgt rund zwei Jahre, nachdem die Onlineausgabe der New Yorker Tageszeitung mit „Times Select“ den Bezahlservice gestartet hat. Das Umdenken erfolgte, so die » New York Times selbst, weil immer mehr Benutzer die Artikel der Zeitung über Suchmaschinen fänden. „Was wir nicht erwartet hatten, war die Explosion unserer Zugriffszahlen, die durch Google, Yahoo und einige andere generiert wurden“, sagte Vivian Schiller, Geschäftsführerin von Nytimes.com laut dem Bericht.

Leser, die über fremde Websites oder Suchmaschinen auf die Online-Artikel stießen, seien weit weniger bereit gewesen, für den Aufruf der Inhalte zu zahlen, als die Stammleserschaft. Die Website verbuche laut Nielsen/Net Rating inzwischen über 13 Millionen Besucher jeden Monat. Mit der nun erfolgten Öffnung sollen es noch mehr werden. Die Argumentation der Times: Mehr allgemein verfügbare Artikel führen zu vermehrter Verlinkung, mehr Zugriffen über Suchmaschinen und dadurch letztlich zu mehr Werbeeinnahmen und neuen Lesern für die gedruckte Ausgabe.

Frei aufrufbar sind ab Mittwoch alle zwischen 1851 bis 1922 veröffentlichten Artikel sowie alle Texte ab 1987. Für die Artikel zwischen 1923 bis 1986 werden teilweise auch weiterhin Gebühren verlangt. Mit dem nun erfolgten Schritt sei das „Wall Street Journal“ die einzige verbliebene große Zeitung der USA, bei der Online-Leser für die überwiegende Zahl der online publizierten Artikel zahlen müssten.

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