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18.12.2007 
Wikipedia & Co

Rebellen gegen das Urheberrecht

von Stephan Dörner

Das Urheberrecht wurde einst geschaffen, um Kulturschaffenden eine Möglichkeit zu geben, von ihrer Arbeit zu leben. Doch immer mehr Kreative verzichten auf die damit verbundenen Kontrollrechte und stellen ihre Werke unter eine freie Lizenz. Was treibt sie dazu, ihre Werke frei verfügbar zu machen?

Thom Yorke, Sänger von Radiohead. Die britische Band bietet ihr Album Discbox zum freien Internet-Download an. Foto: aoLupe

Thom Yorke, Sänger von Radiohead. Die britische Band bietet ihr Album Discbox zum freien Internet-Download an. Foto: ao

Ein Gespenst geht um im Internet: Das Gespenst freier Lizenzen. Den Anfang bildete freie Software wie Linux, der Browser Firefox oder das kostenlose Büropaket Open Office, von denen inzwischen fast jeder schon einmal gehört hat. Doch längst gehen auch immer mehr Autoren, Musiker und Fotografen dazu über, auf den urheberrechtlichen Schutz ihrer Werke im Internet teilweise zu verzichten. Sie stellen ihre Werke unter eine sogenannte freie Lizenz, welche die ungehinderte Verbreitung und in vielen Fällen auch Veränderungen der Werke erlaubt. Die freie Internet-Enzyklopädie » Wikipedia, deren Qualität laut einer » Studie sogar die des Brockhaus übersteigen soll, ist dabei nur die bekannte Spitze des Eisbergs freier Inhalte.

Auf Internet-Portalen für freie Musik wie » Jamendo wurden bereits tausende Alben unter freien Lizenzen veröffentlicht und allein beim diesjährigen » Open Music Contest des AStA der Universität Marburg nahmen 76 Bands aus der gesamten Republik teil. Dabei bestehen gerade in Deutschland immer noch große Hürden für Musiker, die ihre Werke gerne frei lizenzieren würden: Bisher ist es nicht möglich auch nur einzelne Werke unter eine freie Lizenz zu stellen und gleichzeitig Mitglied der Verwertungsgesellschaft GEMA zu sein. Das kritisiert auch Markus Beckedahl, der sich unter anderem auf seinem Blog » Netzpolitik.org für ein reformiertes Urheberrecht einsetzt: „Verwertunsgesellschaften wie die GEMA zementieren das alte Denken und reagieren nicht flexibel genug an veränderte Rahmenbedingungen in der digitalen Welt“ kritisiert er im Gespräch mit Handelsblatt.com.

„Meist handelt es sich dabei um noch unbekannte Künstler, denen es zunächst vorrangig darum geht, ihre Werke unkompliziert einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen“ meint dagegen Stefan Michalk, Geschäftsführer des » Bundesverband Musikindustrie e.V. Im bestehenden System der Verwertung von Urheberrechten sieht er eine Art Generationenvertrag unter Künstlern: „Die Labels sind die Einzigen, die in großem Stil die mit erfolgreichen Künstlern erzielten Einnahmen an junge Talente umverteilen. Bis heute ist trotz aller Kritik noch kein anderer Player im Markt erschienen, der gezeigt hat, wie es anders und besser geht“ sagt er.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Die Erfindung des geistigen Eigentums

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