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30.03.2007 
Hersteller bedienen sich zunehmend der Computertechnik

Software verwandelt Gitarren in flexible Klangwunder

von Heinz Schmitz

Mit einer Digitalgitarre auf der Bühne rocken? Das trauen sich bisher nur einzelne Musiker. Zu den ersten Mutigen zählen Xavier Padilla von den Gipsy Kings und Ed O'Brian von Radiohead. Dabei bieten die Gitarrenhersteller Lösungen zur täuschend echten Klangsimulation an.

Bob Dylan spielt noch klassisch Gitarre. Foto: dpaLupe

Bob Dylan spielt noch klassisch Gitarre. Foto: dpa

DÜSSELDORF. Gitarrenhersteller bedienen sich zunehmend der Computertechnik, um Klangenthusiasten zufrieden zu stellen. Die Hersteller Roland und Line 6 bieten digitale Lösungen zur täuschend echten Klangsimulation an. „25 verschiedene Gitarren in einem einzigen Instrument“, werben die Briten Line 6 für ihre Variax-Gitarren, deren Sound sich per Drehknopf elektronisch komplett verändern lässt. Roland bietet eine Elektronik an, die bestehende Gitarren ergänzt.

Voraussetzung bei allen digitalen Gitarren ist, dass man über einen Verstärker spielt. Nur über Lautsprecher oder Kopfhörer sind die Klänge zu hören. Für die Simulationen werden alle Saiten getrennt erfasst. Bei der normalen Gitarre sind also sechs Tonabnehmer im Gehäuse, bei E-Bässen vier oder fünf. Die Schwingungen der Saiten werden dann digital bearbeitet, per Software wird der Ton erzeugt. Dennoch beeinflussen Eigenheiten wie verstimmte Saiten oder der Ort des Anschlags den Klang – wie bei herkömmlichen Gitarren.

Mit einer Software können die Anwender ihre Variax-Gitarre per USB-Schnittstelle an einen Rechner anschließen und umprogrammieren – etwa interaktiv aus einer Reihe von Korpus-Bauformen die Wunschgitarre aussuchen. Darauf werden virtuell unterschiedliche Tonabnehmer platziert, die beliebig gedreht und verschoben werden können. Ist das Resultat in Ordnung, speichert man es in der Gitarre ab und kann es über den Auswahlknopf jederzeit wieder abrufen. Noch nicht jeder Musiker traut sich mit einer Digitalgitarre auf die Bühne. Zu den ersten Mutigen zählen Xavier Padilla von den Gipsy Kings, John Kaye von Steppenwolf, James Hetfield von Metallica und Ed O'Brian von Radiohead.

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