17.02.2006

Umfrage von TNS-Infratest: UMTS-Interesse bleibt eher gering

Einer vom Netzbetreiber E-Plus in Auftrag gegebenen Umfrage von TNS-Infratest zufolge hält sich auch gut zwei Jahre nach dem Start von UMTS das Interesse an den neuen Möglichkeiten des Mobilfunkstandards offenkundig in engen Grenzen.

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HB DÜSSELDORF. Nach den am Freitag in Düsseldorf vorgelegten Ergebnissen weiß nur ein Drittel der deutschen Mobilfunknutzer, worum es sich bei UMTS handelt. Ein Viertel der Befragten hat noch nie etwas von der neuen Übertragungstechnik gehört, die den Telefongesellschaften immerhin 51 Mrd. Euro allein für die Lizenzen wert war.

Lediglich etwas mehr als zwei Prozent aller Befragten besitzen der Untersuchung zufolge derzeit ein UMTS-Handy oder eine UMTS-Laptopkarte. In der Altersklasse der 30- bis 39-jährigen sind es etwas mehr als fünf Prozent. Die Nutzungsintensität bei UMTS-basierten Diensten ist gering. Rund 84 Prozent der befragten UMTS-Gerätebesitzer gaben an, Handy-TV über UMTS noch nicht ausprobiert zu haben. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei Videotelefonie, Videodownload und Musikdownloads. Nur knapp ein Viertel nutzt diese Angebote regelmäßig. Rund 75 Prozent haben diese Dienste noch nicht genutzt, obwohl sie technisch dazu in der Lage wären.

Ebenfalls nur gering ausgeprägt scheint der Umfrage zufolge das Interesse, UMTS zukünftig zu nutzen. Nur 5,4 Prozent der Befragten, die bisher kein UMTS nutzen, bekundeten ein Interesse oder sehr großes Interesse daran, dies in Zukunft zu tun.

Generell sind bei Nutzern auch normaler GSM-Handys Sprachtelefonie und SMS die mit Abstand am häufigsten genutzten Funktionen. Über drei Viertel der Befragten telefonieren mit ihrem Handy (75,4 Prozent) und versenden und empfangen SMS (79 Prozent). Dagegen fällt die Nutzung von MMS bereits deutlich ab. 24,6 Prozent geben an, MMS bzw. Fotos mit ihrem Handy zu versenden und empfangen. Mobile Datendienste wie E-Mailing per Handy (8 Prozent), Musikdownload (6,1 Prozent) oder Surfen im Internet (4,7 Prozent) liegen im einstelligen Prozentbereich. Videotelefonie (0,6 Prozent der Befragten) und Handy TV (0,4 Prozent der Befragten) sind Dienste, die von den Mobilfunkkunden derzeit fast gar nicht genutzt werden.

Sechs Mobilfunknetzbetreiber hatten im Sommer 2000 in einer spektakulären Versteigerung den Rekordpreis von rund 51 Mrd. Euro für die UMTS-Lizenzen bezahlt. Lizenznehmer waren Telekom, Vodafone, E-Plus und O2, ferner Mobilcom und Quam. Die beiden letztgenannten Unternehmen kamen gar nicht so weit, eigene Netze aufzubauen, und haben sich aus dem UMTS-Geschäft zurückgezogen. TNS Infratest befragte im Auftrag von E-Plus in einer repräsentativen Umfrage 1 462 deutsche Mobilfunknutzer.

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