Hintergrund

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Big Data: Wie aus Daten ein Wettbewerbsvorteil wird

Mehr Service für Kunden, bessere Logistik, optimierte Verteiler: Mit Hilfe neuer Analyse-Software sollen Unternehmen ihre riesigen Datenmengen künftig sinnvoller nutzen können. Das bringt auch Vorteile im Wettbewerb.

Algorithmus statt Bauchgefühl: Neue Software soll Firmen helfen, ihre Datenmengen effektiver auszuwerten. Quelle: DATEV eG
Algorithmus statt Bauchgefühl: Neue Software soll Firmen helfen, ihre Datenmengen effektiver auszuwerten. Quelle: DATEV eG

KölnKlimawandel, internationale Finanzmärkte, US-Präsidentschaftswahlen - das Wiener Internetunternehmen Weblyzard packt gerne große Themen an. Die 2008 gegründete Firma analysiert Online-Nachrichten, soziale Netzwerke und Nutzerkommentare weltweit und versucht so, die Zukunft vorherzusagen. Für Durchblick sorgt die Analysesoftware Greenplum von EMC - sie erfasst Millionen von Quellen und ordnet sie nach Relevanz.

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Es ist eine gewaltige Herausforderung: Rasant entstehen große Mengen unsortierter und sehr unterschiedlicher Informationen. Das Phänomen heißt „Big Data“. 2011 übertraf das weltweit gespeicherte Datenvolumen laut Marktforschung IDC mehr als 1,8 Zettabyte. Auf ihnen könnte man 25 Billionen Stunden Musik speichern. Und die Informationsflut steigt weiter an: Für alle Daten bräuchte man in zehn Jahren einen DVD-Stapel, so hoch wie die Strecke von der Erde bis zum Mars.

Weil dies herkömmliche Programme überfordert, ist neue Software nötig. Mit dieser soll der große Wurf gelingen. „Der Trend im Unternehmen geht dahin, riesige Datenmengen ganzheitlich zu erfassen“, sagt Astrid Bohé, Geschäftsführerin für Business Intelligence bei der Managementberatung Accenture. „Firmen verknüpfen Informationen möglichst aus allen ihren Datenbanken und leiten daraus Erkenntnisse ab. Zum Beispiel: Welchen Einfluss hat die Gestaltung meiner Lieferkette auf meine Kundenstruktur?“

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Damit sind strategische Schlüsse möglich. Tatsächlich aber betrachten viele Führungskräfte Big Data vor allem aus technischer Sicht. Zuständig ist meist nur die IT-Abteilung, die Geschäftsführung hält sich zurück. Einer IDC-Studie zufolge sehen nur rund 15 Prozent der Führungskräfte die Analyse großer Datenmengen als Business-Thema. Fast zwei Drittel von ihnen erwarten Kosteneinsparungen, nur je ein Drittel dagegen Wettbewerbsvorteile oder Umsatzwachstum. Das Geschäft mit Analyseprogrammen steht dennoch vor einem Boom. Denn die Unternehmen denken um. Statt Bauchgefühl entscheidet immer häufiger ein ausgefeilter Algorithmus.

  • 11.03.2012, 19:35 Uhrpiet1100

    Zu einem Wettbewerbsvorteil gehören auch die Kunden, die schließlich Waren und Dienstleistungen annehmen oder nicht.
    Wenn diese Datenaufbereitung die Unternehmen nur befähigen soll, Kunden zu überfahren oder zu übervorteilen wird das nicht ist das Ganze nicht funktionieren. Es ist reine Geld- und Resourcen-Verschwendung.

  • 11.03.2012, 18:30 Uhrs.maier75

    Aber auch Nachhaltigkeit sollte inzwischen ein Teil der Unternehmensstrategien werden und als Wettbewerbsvorteil genutzt werden http://www.theeuropean.de/politikdialog/9582-neue-unternehmensstrategie

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