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Computermesse: Vor 10 Jahren brach die Cebit alle Rekorde

An den Börsen in den USA und am Neuen Markt platzten bereits die Seifenblasen der ersten Internet-Euphorie ­ doch in Hannover war die Welt im März 2001 noch in Ordnung. Die Rekordbesucherzahlen von damals erreichte sie nie wieder.

Cebit-Flaggen im März 2001. Kurz nach dem Platzen der Dotcom-Blase feierte die Computermesse ihren bisherigen Besucherrekord. Quelle: AP
Cebit-Flaggen im März 2001. Kurz nach dem Platzen der Dotcom-Blase feierte die Computermesse ihren bisherigen Besucherrekord. Quelle: AP

Hannover"Es gibt erste Gewitterwolken." Willi Berchtold, Vizepräsident des Verbandes Bitkom, ahnte im Frühjahr 2001 bereits, dass auf die Computer- und Telekommunikationsbranche schwierige Zeiten zukommen würden. Doch die Manager wollten sich auf der Cebit 2001 die gute Laune nicht verderben lassen: Zum Abschluss der Computermesse feierten sie den Rekord von 830.000 Besuchern. "Der Optimismus der Unternehmen der Technikbranche ist gerechtfertigt", sagte damals Messe-Vorstandsmitglied Hubert-H. Lange.

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Die Hoffnung, dass die "Cebit 2001 grünes Licht für steigende Börsenkurse gegeben hat", zerstreute sich jedoch sehr bald. Zum einen drückten die Negativ-Schlagzeilen von den internationalen Börsen auf die Stimmung. Für die Telekommunikationskonzerne in Deutschland gab es mit der Milliardenbelastung durch die Ersteigerung der UMTS- Lizenzen aber auch Probleme vor der eigenen Haustür. "Die Netzbetreiber durften für einen Sack Luft knapp 100 Milliarden DM zahlen", klagte der damalige Bitkom-Präsident Volker Jung über die im August 2000 erfolgte Versteigerung der UMTS-Lizenzen für die neue Generation von Mobiltelefonen.

Das Problem der Telekommunikationsfirmen wurde verschärft durch die Tatsache, dass die Kosten für die UMTS-Lizenzen und den Netzaufbau zwar sofort fällig wurden, auf der Cebit 2001 aber noch kein einziges Endgerät für die dritte Mobilfunkgeneration zu sehen war. Nokia,Ericsson,Motorola und Siemens führten zu diesem Zeitpunkt zunächst die ersten GPRS-Mobiltelefone ein. Mit denen konnte man zwar unabhängig von superteuren GSM-Minutentarifen mobile Datenverbindungen aufbauen ­ besonders schnell waren die aber auch nicht. Erst drei Jahre später ging das Geschäft mit UMTS so richtig los. Für die UMTS-Lizenzträger MobilCom Multimedia und die Group 3G war diese Durststrecke zu lang. Sie stiegen im Herbst 2002 und im Frühjahr 2003 aus dem Geschäft mit dem mobilen Datenverkehr in Deutschland aus.

An großen technischen Visionen mangelte es auf der Cebit damals immerhin nicht: Der Zugang zum Internet werde schon im Jahr 2001 nicht mehr fast ausschließlich über den PC erfolgen, war sich der damalige deutsche IBM-Chef Erwin Staudt sicher. Mobile Zugänge über Handy oder Laptop würden den Computer auf dem Schreibtisch ablösen.

  • 07.03.2011, 20:24 UhrSiggy

    Die Entwicklung hat doch wunderbar geklappt, auch wenn es vielleicht etwas länger gedauert hat, als zuerst angekommen. Das iPhone macht seinen Weg und UMTS ( http://www.umts.de/ ) entwickelt sich auch immer weiter, die Datenübertragungsraten werden immer schneller und was in diesem Jahr auf der Cebit vorgestellt wurde, hat man sich vor 10 Jahren wahrscheinlich kaum träumen lassen.

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