_

4,5 Millionen Euro: Google macht Berlin zur Hauptstadt der Internet-Forschung

Drei renommierte deutsche Wissenschaftseinrichtungen wollen sich der Erforschung des Internets widmen - mit Millionunterstützung von Google. Das Institut für Internet und Gesellschaft in Berlin soll unabhängig arbeiten.

Google-Mitarbeiter Max Senges bei der Vorstellung  des Instituts für Internet und Gesellschaft. Senges ist im Policy Team von Google Deutschland für Koopertationen, besonders zwischen akademischem Bereich und der Zivilgesellschaft, veranwortlich. Quelle: dapd
Google-Mitarbeiter Max Senges bei der Vorstellung des Instituts für Internet und Gesellschaft. Senges ist im Policy Team von Google Deutschland für Koopertationen, besonders zwischen akademischem Bereich und der Zivilgesellschaft, veranwortlich. Quelle: dapd

BerlinDas geplante Berliner Internet-Institut nimmt Gestalt an. Mit der Unterstützung von Google wollen drei renommierte deutsche Wissenschaftseinrichtungen erforschen, wie das Internet die Gesellschaft verändert. Die Humboldt-Universität (HU), die Universität der Künste (UdK) und das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) kündigten am Montag an, bis zum Herbst gemeinsam das Institut für Internet und Gesellschaft zu gründen. Der US-Konzern finanziert die Einrichtung mit 4,5 Millionen Euro über drei Jahre. Er werde sich darüber hinaus engagieren, wenn es die wirtschaftliche Lage zulasse, sagte Google-Lobbyist Max Senges. Weitere Förderer seien erwünscht.

Anzeige

Die neue Einrichtung sei organisatorisch und inhaltlich autonom, betonten die Forscher. Das sei eine Voraussetzung für die Kooperation gewesen, sagte Jeanette Hofmann vom WZB, die zu den drei Direktoren gehört. Die Unabhängigkeit soll die Aufteilung in eine Forschungs- und eine Fördergesellschaft gewährleisten.

Die drei Direktoren stehen jeweils für einen Schwerpunkt. Prof. Ingolf Pernice von der HU will erforschen, wie das Internet sich auf Recht und Verfassung auswirkt. Prof. Thomas Schildhauer von der UdK widmet sich Innovationen, die das Netz möglich macht, aber auch der Frage, wie das Recht auf geistiges Eigentum erhalten werden kann.
Jeanette Hofmann vom WZB untersucht Regeln und Institutionen, die das Internet regulieren. Einen weiteren Schwerpunkt deckt Wolfgang Schulz vom Hans-Bredow-Institut für Medienforschung (HBI) in Hamburg ab, das mit dem Institut kooperiert. Sein Fokus richtet sich auf das Medienrecht.

Internet

Das neue Institut wolle vor allem „die vom Internet ausgelösten und verstärkten Veränderungen der Gesellschaft besser verstehen“. Weitere Details gab Google im European Public Policy Blog bekannt.

Verantwortung im Internet

Das Institut soll an der juristischen Fakultät der HU sitzen und anfangs etwa zehn Mitarbeiter beschäftigen. Einen Zugriff auf die Datenbanken von Google hätten die Forscher allerdings nicht, wie es hieß. Konkret schwebt den Forschern vor, die Plattform „Regulation-Watch“ zu starten, um die politischen Spielregeln für das Internet einem internationalen Vergleich zu unterziehen. Auch die Folgen, die eine Zensur in Ländern wie China für die jeweiligen Angebote habe, werde erforscht. Google hat selbst Probleme, mit seinen Angeboten in den chinesischen Markt vorzustoßen. Der Konzern wehrt sich gegen Zensur.

  • Die aktuellen Top-Themen
Ethik-Diskussion: Wann ist ein Hacker ein guter Hacker?

Wann ist ein Hacker ein guter Hacker?

Bei einer Tagung des Chaos Computer Club haben Hacker versucht, für sich eine neue Ethik zu formulieren. Doch die Szene streitet, was Hacker dürfen sollen.

Expo 2012: Viel High Tech, wenig Gäste

Viel High Tech, wenig Gäste

Mit einer Expo zur nachhaltigen Nutzung der Meere will Südkorea Gäste aus aller Welt ins Land locken. Allein im deutschen Pavillon stecken 15 Millionen Euro. Doch die ersten Besucherzahlen waren enttäuschend.

Dragon besucht ISS: Das Andock-Manöver in Bildern

Das Andock-Manöver in Bildern

Erstmals dockt an der Raumstation ISS etwa 350 Kilometer über der Erdoberfläche ein privat finanzierter Raumtransporter an. Die beeindruckenden Bilder zu einem Meilenstein der Raumfahrtgeschichte.

  • Video

Auto-Visionen Viel Power für wenig Euro - Mazda 3 MPS

Über das Design des sportlichen Japaners kann man streiten - über das Preis-Leistungsverhältnis nicht. Für weniger als 30.000 Euro bietet Mazda satte 260 Pferdestärken. Was sonst noch im MPS steckt, klärt unser Fahrtest.