
DüsseldorfAngesichts der Schuldenkrise leidet das Vertrauen in den Euro – aber auch in andere Papiergeldwährungen. Das zeigt sich zum Beispiel an immer neuen Höchstständen beim Gold. Doch die Flucht ins Gold ist nicht alternativlos. Virtuelle Währungen im Web sind angetreten, Geld wieder an reale Werte zu binden oder das Geldwachstum zu begrenzen.
Insbesondere im krisengeschüttelten Griechenland hat das Vertrauen in Politik und Wirtschaft gelitten. Viele Menschen suchen nach Alternativen zu den klassischen Wirtschaftskreisläufen. Das Internet ermöglicht dabei jenen, die das Vertrauen in klassische Währungen und Wirtschaftskreisläufe verloren haben, zu einer Form der naturalistischen Tauschwirtschaft zurückzukehren.
Als „soziale Währung“ und die „griechische Antwort auf die Finanzkrise“ bezeichnen die Aktivisten der griechischen Website Ovolos.gr ihren Ansatz einer virtuellen Währung. Schon mehr als 5000 Griechen sind nach Angaben des ZDF-Blogs Hyperland dem Verein beigetreten. Dabei wurde die Web-Plattform erst 2010 in Reaktion auf die Finanzkrise gegründet. Jedes Neu-Mitglied erhält zur Eröffnung seines Kontos 100 "Neue Obolus", wie der Verein seine virtuelle Währung genannt hat. Weitere virtuelle Münzen werden durch das Anbieten eigener Waren und Dienstleistungen auf der Online-Plattform erworben.
Den Wert erhält die Alternativ-Währung direkt durch die Waren und Dienstleistungen, die die Mitglieder des Netzwerks online dafür zur Verfügung stellen. Das soll den Wert des neuen Obolus stabil halten. Auch die virtuelle Währung TEM verfolgt einen ähnlichen Ansatz, ist dabei aber auf die griechische Region Magnisia beschränkt.
Tausch-Partys
Nicht alle, die herkömmliche Wirtschaftskreisläufe umgehen wollen, gehen den den Umweg über Alternativwährungen. Auf „Swap not Shop“-Partys bringen die Gäste Kleidungsstücke mit, die sie selbst nicht mehr benötigen. Die gleichnamige Facebook-Gruppe hat schon über 3.000 Mitglieder. Neben Trinken und Feiern gehört hierbei die Anprobe zur Party.
Den Anspruch, eine globale Alternativwährung zu schaffen, haben die Aktivisten, die hinter der virtuellen Währung Bitcoin stehen. Statt einer Zentralbank wird neues Geld dabei – der Hacker-Ideologie folgend – dezentral durch die Berechnung von Kryptoschlüsseln geschaffen. Das Geldmengenwachstum soll so begrenzt werden und kann nicht wie bei klassischen Papiergeldwährungen von der Notenbank beliebig ausgeweitet werden. Anders als Alternativwährungen wie der Ovolus sind die Bitcoin großen Wertschwankungen ausgesetzt, da sie auf Online-Handelsplattformen frei gegen etablierte Währungen wie Dollar und Euro gehandelt werden.
Die Währung entzieht sich der Kontrolle von Banken und Staaten – mit allen Konsequenzen. Wie bei Bargeld können die virtuellen Münzen keinem Nutzer namentlich zugeordnet werden. Geld kann jederzeit von einem Konto auf ein anderes transferiert werden – ganz so wie von einer Geldbörse in die andere.
verehrter in_memoriam_Fellini,
Fakt ist, dass nur noch ein Rückzug uns helfen kann den Niedergang evtl. für uns zu verhindern. Wenn selbst chronische Bullen, wie H.W. in Godmodtrader zu dem Schluss kommen, dass das Finanzsystem zusammen brechen wird, sollte man das nicht eifach als irreal abtun. http://www.godmode-trader.de/nachricht/Finanzmarktarchitektur-Der-kaputte-Schlussstein,a2623205,b605.html
Der dt. Größenwahn hat uns gerade vor 2-3 Generationen in die Katasrophe geführt. Wir sollte, früher wie heute auf unsere Dolche-Viata Freunde achten (s. Niederlage der dt. Wehrmacht in Nordafrika)
--@ in_memoriam_Fellini
Fakt ist,
wir zahlen
und zahlen
und zahlen.
Wir brauchen den € nicht.
Eine Rückkehr zur D-Mark würde uns evtl. vor dem Zusammenbruch bewahren.
Ähnlich wie 2008 signalisiert uns auch dieser Börsenkrach Schieflagen in der europäischen Bankenlandschaft. Der Crash wurde vom Bankensektor eingeleitet. Die Aktie der in Italien marktführenden Bankengruppe INTESA SANPAOLO ging bereits ab März auf Talfahrt und hat sich seitdem halbiert. Bankaktien anderer europäischer Länder zeigen ein ähnliches Bild. Ich möchte nicht schwarzmalen, aber die Aktienkurse der Bankinstitute kündigen an, dass es in der nächsten Wochen oder Monaten zu einer Insolvenz eines europäischen Institutes kommen wird. Ein zweites Lehman Brothers wird die EZB nicht zulassen, sie wird rettend einschreiten. Ob der Aktienmarkt jedoch drehen kann, bevor die negativen Nachrichten auf dem Tisch liegen, halte ich für fraglich.
27 Kommentare
Alle Kommentare lesen