
HB MÜNCHEN. Am Freitag hatte Apple noch erklärt, in Deutschland seien alle iPad-Modelle 15 Euro teurer als in anderen europäischen Ländern, weil hierzulande eine pauschale Abgabe für Verwertungsgesellschaften fällig werde. Am Montag erschienen die kleinen und mittleren iPad- Modelle im Apple-Onlineshop jedoch zu den Preisen, die in den europäischen Ländern mit vergleichbaren Mehrwertsteuersätzen verlangt werden. Nur die beiden größten Modelle mit 64 Gigabyte Speicher sind 15 Euro teurer als beispielsweise im französischen Apple-Shop. Markstart für den Tablet-Computer in Europa ist der 28. Mai 2010, wie Apple am Freitag bekannt gab.
Die Verwertungsgesellschaft Gema verwahrte sich gegen die Darstellung, sie habe den Preisaufschlag für die iPads verlangt. „Wir wollen nicht als Sündenbock herhalten“, sagte Gema-Direktor Urban Pappi. Richtig sei, dass für „Personal Computer ohne Brenner“ ab 40 Gigabyte Speicher ein Aufschlag von 12,15 Euro fällig werde. Es sei aber unklar, ob das iPad in irgendeiner Ausführung überhaupt in diese Kategorie falle. „Apple hat sich nicht bei uns gemeldet.“
Die Zentralstelle für private Überspielungsrechte (ZPÜ), ein Zusammenschluss der Verwertungsgesellschaften in Deutschland, werde für die iPad-Modelle zukünftig einen eigenen Tarif aufstellen, kündigte die Gema an. „Die Voraussetzungen hierfür liegen aber derzeit noch nicht vor.“
Unterdessen legten die Mobilfunkprovider ihre Preise für UMTS-Verbindungen des iPads vor: Vodafone bietet für 20 Euro im Monat einen Datentarif mit 200 Megabyte. Für 30 Euro erhalten die Kunden ein unbegrenztes Datenvolumen. Die Telekom bietet iPhone-Kunden, die bereits einen mittleren oder großen „Complete“-Vertrag haben, eine Daten-Flatrate für das iPad an, in der auch WLAN-Zugänge enthalten sind.
O2 offeriert drei Tarif-Varianten für das iPad: 200 Megabyte für zehn Euro im Monat, ein Gigabyte für 15 Euro und ein unbegrenztes Volumen für 25 Euro. Zuvor hatten Anbieter wie Fonic spezielle Tarife für das iPad veröffentlicht.