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Betriebssystem im Test: So fühlt sich das neue Windows 8 an

Microsoft lässt es kacheln: Im neuen Betriebssystem Windows 8 dominiert die eckige Optik, die auf Geräten mit Touchscreen die Bedienung erleichtern soll. Lohnt sich der Umstieg? Ein Testbericht.

Tatschen statt klicken: Windows 8 lässt sich jetzt auch mit den Fingern steuern. Das ist aber nicht die einzige Neuerung. Quelle: dapd
Tatschen statt klicken: Windows 8 lässt sich jetzt auch mit den Fingern steuern. Das ist aber nicht die einzige Neuerung. Quelle: dapd

Ein Betriebssystem, zwei Welten: Mit dem neuen Windows 8 versucht Microsoft, völlig unterschiedliche Konzepte zu vereinen. Das geräumige, bunte Kachel-Design, das nach dem Start erscheint, ist für Geräte mit Touchscreen ausgelegt. Damit nimmt der Konzern die beliebten Tablet-Computer in den Blick, die bislang keine Microsoft-Domäne sind. Der versteckte Desktop im Stile früherer Windows-Versionen soll dagegen weiter die Arbeit mit Tastatur und Maus ermöglichen.

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Das doppelte Windows fühlt sich anders an als seine Vorgänger. Welche Vorteile das hat, wo es noch hakt – ein Überblick.

Design
Dass Version 8 nicht nur ein aufpoliertes Windows 7 ist, demonstriert Microsoft mit einer radikalen Design-Entscheidung: Der Startknopf, an den sich Nutzer seit Windows 95 gewöhnt haben, ist weg, die gewohnte Oberfläche mit den namensgebenden Fenstern ebenso.

Stattdessen setzt Microsoft auf Kacheln: Jedes dieser bunten Rechtecke steht für ein Programm oder einen Ordner. Viele von ihnen zeigen aktuelle Informationen an – neue E-Mails, das Wetter und die Börsenkurse etwa, oder den nächsten Termin im Kalender. Die wichtigsten Informationen haben Nutzer so stets im Blick.

Das Design mit den großen Flächen erleichtert die Navigation auf dem Touchscreen, die Apps gehorchen auf einen Fingerzeig. Auch auf Smartphones mit dem Microsoft-System Windows Phone kommt diese Oberfläche bereits zum Einsatz: Der Hersteller will die Bedienung auf allen Plattformen vereinheitlichen.

Wie Windows wurde, was es ist

  • Windows 1.0

    Der Urahn des inzwischen meistgenutzten PC-Betriebssystems kam im November 1985 auf den Markt. Damals war Microsoft noch ein Außenseiter, während der Platzhirsch IBM und der Aufsteiger Apple den Kampf um den PC-Markt auszufechten schienen. Anfangs arbeitete sich Windows nur mühsam ins Geschäft – denn Microsoft verzichtete zunächst angesichts eines jahrelangen Patentstreits mit Apple auf grafische Bedienungselemente.

  • Windows 3.1

    Mit dieser Version lernte Windows 1992, Videos abzuspielen, bekam die ersten integrierten Spiele und neue Schriften. Die Grundansicht mit den überlappenden Fenstern und einem Desktop für Programm-Symbole blieb – mit einigen Design-Änderungen – lange erhalten.

  • Windows NT

    Parallel zu den Consumer-Versionen von Windows entwickelte Microsoft nach dem Scheitern des OS/2-Projektes mit IBM eine Windows-Version mit einem neuen Programm-Kern („Windows New Technology“). NT wurde mit Windows 2000 fortgeführt und ging später in Windows XP auf.

  • Windows 95

    Die radikale Erneuerung von 1995 brachte in Grundzügen das Windows, das heute praktisch jeder kennt. Unter anderem wurde der „Start“-Knopf mit dem Balken am unteren Bildschirmrand eingeführt. Nachdem nachträglich der Web-Browser Internet Explorer zum Windows-Grundpaket hinzugefügt wurde, setzte sich Microsoft zum Ärger der Wettbewerbshüter in diesem Bereich gegen den Pionier Netscape durch. Auf die Version folgten die kleineren Aktualisierungen Windows 98 und ME.

  • Windows XP

    2001 brachte Microsoft die bisher langlebigste Version seines Betriebssystems auf den Markt, die immer noch auf vielen Rechnern läuft. Mit Windows XP wurden viele visuelle Effekte hinzugefügt, ebenso wie wichtige Funktionen wie etwa schneller Benutzerwechsel, eine integrierte Firewall für mehr Sicherheit und verbesserter Medienwiedergabe.

  • Windows 7

    Das Betriebssystem Windows Vista sollte XP verdrängen, wurde von den Nutzern aber weitgehend ignoriert. Die 2007 veröffentlichte Version bot zwar neue Bildschirmansichten, aber eine für viele Nutzer verwirrende Rechteverwaltung für Benutzerkonten. Erst mit der Vorstellung von Windows 7 im Oktober 2009 konnte Microsoft die Anwender wieder überzeugen.

  • Windows 8

    Mit Windows 8 wollte sich Microsoft für den Wandel der Computer-Welt rüsten: Die neue Kacheloberfläche ist für Touchscreens ausgelegt und eignet sich damit auch für Tablet-Computer – äußerlich ähnelt das System damit dem Smartphone-Betriebssystem Windows Phone. Microsoft stellte Windows 8 im Oktober 2012 vor. Gerade an der neuen Bedienung wurde jedoch schnell viel Kritik laut.

  • Windows 8.1

    Ein Update für Windows 8 kam im Oktober 2013 auf den Markt. Das kostenlose Windows 8.1 soll die größten Kritikpunkte an dem Vorgänger ausräumen. So können Nutzer direkt auf den Desktop starten und so die Kacheloberfläche umgehen. Zudem kehrt der Startknopf zurück, wenn auch nicht das klassische Startmenü.

Einen eigenen Namen hat das ursprünglich „Metro“ getaufte Design übrigens nicht mehr, seit der US-Konzern mit dem deutschen Handelsriesen Metro Ärger bekam. Jetzt spricht der Software-Riese nur noch technokratisch vom „Windows 8-style UI“ (UI steht für User Interface, also Benutzeroberfläche).

  • 26.10.2012, 17:21 UhrIchbinsdoch

    Wird eine Totgeburt wie Vista
    Einfach nicht zu gebrauchen

  • 26.10.2012, 18:12 UhrJohannes

    Hässlich.

  • 26.10.2012, 18:55 UhrJAP27

    Visuell schonmal das Billigste von Simpelsten !- - befürchte, dass das schlimmer wird als Vista. Aber so ist das , wenn man sich auf den Lorbeeren ausruht , Entwicklungen verpennt und dann mit aller Macht wieder versuchen muss zumindest den Anschluss zu halten!

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