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„Bruttonationalglück“: Facebook als Glücksmesser

Das Web ist voller Daten und Fakten. Doch mit dem Siegeszug der sozialen Netzwerke bekommt das Netz auch eine immer größere emotionale Dimension, die bisher noch kaum systematisch ausgewertet wird. Facebook nutzt die eigenen Daten bereits, um ein das „Bruttonationalglück“ für 18 Länder zu berechnen. Auch für Unternehmen werden geäußerte Empfindungen im Web immer wichtiger.

Das soziale Netzwerk Facebook als Spiegel der Volksseele? Quelle: dpa
Das soziale Netzwerk Facebook als Spiegel der Volksseele? Quelle: dpa

DÜSSELDORF. Bereits im Oktober 2009 führte Facebook das „Bruttonationalglück“ für die USA ein. Inzwischen erhebt das weltweit größte soziale Netzwerk das Glück von Facebook-Usern aus 18 Ländern. Dazu werden die Status-Updates, die User nutzen, um ihren Freunden Neuigkeiten mitzuteilen, anhand eines von Sozialpsychologen entwickelten Kriterienkatalogs anonym ausgwertet. Gezählt werden Wörter, die auf eine positive oder negative Stimmungslagen hindeuten.

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Dass die besonders häufige Verwendung positiv konnotierten Wörter auch auf ein fröhliches Gemüt Rückschlüsse zulässt, hat nach Angaben von Facebook eine stichprobenartige Studie unter Facebook-Usern ergeben. Demnach sind jene User, die besonders viele positive Worte in ihren Status-Meldungen verwenden, überdurchschnittlich zufrieden mit ihrem Leben.

Obama-Wahl erfüllt US-Facebook-User mit Glück

Interessant sind vor allem jene Tage, an denen das Glücks-Barometer in die eine oder andere ausschlägt. Den bisher unglücklichsten Tag maß Facebook am 22. Januar 2008, als der Crash der asiatischen Märkte zufällig mit dem Tod des Schauspielers Heath Ledger zusammenfiel. Zweittraurigster in den USA gemessener Tag war der Todestag von Michael Jackson. Im Freudentaumel war das Land der Facebook-Analyse dagegen nach der Wahl von US-Präsident Barack Obama im November 2009.

Seit Mai hat Facebook seine Glücksmessung auf insgesamt 18 Länder ausgeweitet und erhebt nun auch das „Bruttonantionalglück“ der Deutschen. „Wir haben die Länder danach ausgewählt, welche die größte Anzahl von Statusmeldungen in einer Sprache aufweisen, die wir gerade auswerten. Dies tun wir, da wir eine große Anzahl an Statusmeldungen benötigen, um ein verlässliches Modell aufbauen zu können, das nicht leicht von zufälligen Veränderungen der Wortnutzung beeinflusst werden kann“, erklärt die Inforamtikerin Lisa Zhang das Vorgehen ihres Unternehmens. Ein direkter Vergleich des Glücksniveaus zwischen verschiedenen Ländern sei allerdings nicht möglich. „Jedes Land wird gesondert analysiert, um Effekte wegen Sprachunterschieden zu reduzieren. Deshalb können wir den nationalen Glücks-Index eines bestimmten Landes nicht direkt mit dem eines anderen vergleichen“.

Allerdings wird jedes Land einer langfristigen Trendanalyse unterworfen, um festzustellen, ob die User tendenziell zufriedener oder unzufriedener werden. In einigen Ländern, wie den USA und Kanada, beobachtete Facebook sowohl eine Zunahme der positiver Beiträge als auch eine Abnahme der negativen Beiträge. In anderen Ländern wie Indien sank die Anzahl der negativen Beiträge, aber die Veränderung der positiven Beiträge war statistisch nicht signifikant. In spanischsprachigen Ländern nahmen negative wie positive Beiträge zu, die Menschen in Singapur und Südafrika verwendeten laut Facebook hingegen insgesamt immer weniger emotionale Wörter. Für Deutschland stellt Facebook im Trendverlauf eine leichte Zunahme positiver Äußerungen fest bei gleichbleibender Zahl negativer Äußerungen.

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