
KÖLN. Rechnungen, die man selbst verschickt, sind eigentlich eine schöne Sache. Für die ITBconsult in Unterschleißheim allerdings wurden sie zuletzt zum Ärgernis. Denn die Berater erstellten die Rechnungen seit Jahren auf Papier – mit Hilfe von Excel-Tabellen. Mit der Zahl an Kunden, Projekten und Sonderposten wuchs der Aufwand rasant. Eine IT-Lösung musste her, die dem Alltag der vielreisenden Berater entsprach.
ITBconsult entschied sich für eine Cloud-Computing-Lösung von Salesforce. Statt einer Software auf CD erhielten die Berater Zugang zu einer Software-Plattform im Internet. Von jedem Ort der Welt aus können die Mitarbeiter von ITBconsult nun ihre Rechnungen fertigstellen. Der Einsatz bringe messbare Vorteile, sagt Maic Stohr, Managing Partner bei ITBconsult: „Wir sparen mehrere Manntage an Arbeitszeit pro Monat und können unsere Rechnungen im Schnitt 15 Tage früher verschicken.“
Cloud Computing, Informationstechnik in der Datenwolke, ist unter Fachleuten derzeit das Diskussionsthema Nummer eins. Der deutsche Branchenverband Bitkom spricht gar von einer „Revolution im Business“, die durch solche Dienste ausgelöst werde. An die Stelle von teurer IT im eigenen Haus treten Dienstleistungen, die auf dem zentralen Server eines externen Anbieters laufen: Mietsoftware, Rechenkapazitäten, die sich flexibel buchen lassen, und ganze Programmierumgebungen im Internet. IT im Abonnement also, ins Haus gebracht via Datenleitung.
In Zukunft sollen Unternehmen mit Hilfe von Cloud Computing ihre IT viel flexibler steuern als bisher. „Heute erscheint es nur schwer vorstellbar, dass Unternehmen ohne hausinterne IT-Infrastruktur auskommen“, sagt Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer. „In zehn Jahren wird das vielfach ganz normal sein.“
Kleinen und mittleren Firmen bringt dieses Modell eine Reihe von Vorteilen. Die Stichworte lauten: Effizienz, Flexibilität, Geschwindigkeit und vor allem geringe Kosten. „Mittelständische Unternehmen erhalten durch Cloud-Services IT-Lösungen, die sich bisher nur größere Unternehmen leisten konnten“, sagt Bitkom-Präsident Scheer. Ein international einheitliches System für das Kundenmanagement etwa kann schnell zur teuren Investition werden – falls man es kauft.
Cloud-Services setzen dagegen nur zwei Dinge voraus: Eine schnelle Internetverbindung und einen Computer mit Webbrowser. Kommen neue Mitarbeiter ins Haus, kann der Cloud-Provider für sie oft binnen Stunden Zugänge freischalten. Verlassen Beschäftigte das Unternehmen, kündigt der Arbeitgeber ihre Zugänge schon zum Monatsende. „Aus Fixkosten werden variable Kosten“, sagt Bitkom-Präsident Scheer.
Den Ausführungen von Werner R. kann ich nur zustimmen. Weiterhin sei gesagt, dass so ein kleiner Mitarbiter in solch einer Firma mehr oder weniger offen für "Geschenke" ist. :) Man stelle sich vor, die Datenwolke wird auf chinesichen Servern verwaltet. Okay, dann kann ich vielleicht die neuesten Projekte von Firmen direkt bei Google abrufen. :)
Das kann theoretisch schon eine Lösung sein, die Vorteile bietet, sofern es sich um standardisierte Software handelt. ich selbst bin seit zwei Jahrzehnten im ERP-bereich tätig, und hier sehe ich schon erhebliche Probleme beispielsweise bei der kurzfristigen individualisierbarkeit der Software. ich kann nicht ohne weiteres kurzfristig neue Programme oder -Ergänzungen installieren, bin dadurch immer vom Systemanbieter abhängig. Abgesehen davon enthalten diese externen Systeme praktisch alle - auch die hochsensiblen - Unternehmensdaten. Die wollte ich nicht außer Hauses geben. Und was ist, wenn der Anbieter von heute auf morgen ausfällt? Dann komme ich nicht mehr an meine Daten heran, kann also schlicht nicht arbeiten. Nein, ich halte dieses System in den meisten Fällen für nachteilig.
Abgesehen davon ist Cloud-Computing nach meiner Erfahrung zumindest für kleinere Unternehmen keineswegs kostengünstiger als eine inhouse-Lösung.
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