
New York/McLeanNachdem die US-Behörden die Datentausch-Plattform Megaupload dichtgemacht haben, hat die berüchtigte Hackergruppe Anonymous Vergeltung angekündigt. Sie drohte, unter anderem die Website der Bundespolizei FBI und des Justizministeriums vom Netz zu nehmen.
Tatsächlich waren die Adressen in der Nacht zum Freitag nicht oder nur eingeschränkt zu erreichen. „Anonymous geht auf Rachefeldzug für Megaupload“, erklärten die Hacker per Kurznachrichtendienst Twitter. Zu den anvisierten Zielen gehörten auch die Websites der Plattenfirmen Universal und Warner Music, des Musikindustrie-Verbands RIAA sowie der Filmindustrie-Vereinigung Motion Picture Association of America.
Die US-Behörden werfen der geschlossenen Plattform Megaupload.com massive Urheberrechtsverletzungen vor und haben den File-Hoster vom Netz genommen. Sie werfen dem deutsch-finnischen Gründer Kim Dotcom - ehemals als Kim Schmitz bekannt - und weiteren Firmenverantwortlichen Verstöße gegen Gesetzte zum Schutz des Urheberrechts vor. Die Vier seien in den USA angeklagt worden und sollten noch am Freitag vor Gericht erscheinen, teilte die Polizei mit.
In der am Donnerstag eröffneten Klage wird dem Unternehmen außerdem vorgeworfen, für einen Schaden der Rechteinhaber von Filmen und anderen Werken von 500 Millionen Dollar verantwortlich zu sein. Sieben Personen werden angeklagt, darunter seien mehrere Deutsche, ein Niederländer und ein Finne.
Kim Dotcom sowie drei weitere Personen seien am Donnerstag auf Veranlassung von US-Behörden in Neuseeland festgenommen worden, teilte das US-Justizministerium mit. Zwei weitere Angeklagte seien noch auf freiem Fuß. Die Polizei stellte nach eigenen Angaben auch Wertgegenstände und Geld im Gesamtwert von sechs Millionen neuseeländischen Dollar (etwa 3,7 Millionen Euro) sicher.
Bei Megaupload konnten Daten aller Art hochgeladen werden. Nach den Vorwürfen der US-Behörden waren darunter auch in großem Stil illegal kopierte Musik, Filme, Fernsehprogramme und digitale Bücher. Megaupload habe mehr als 175 Millionen Dollar illegalen Gewinn gemacht und den rechtmäßigen Eigentümern der Inhalte einen Schaden von deutlich über einer halben Milliarde Dollar zugefügt, erklärte das Justizministerium. Ein weiterer Vorwurf lautet auf Geldwäsche.
Spreeblick ist eines der größten deutschen Blogs. 2002 von Johnny Haeusler und seiner Frau Tanja Haeusler ins Leben berufen, versteht sich das Blog als „Unterhaltungs-, Kultur- und Meinungskanal“. 2006 erhielt das Weblog den Grimme Online Award für „kreative Leistung, Gestaltung und Textqualität“.
Auch die Seite von Sascha Lobo geht am 18. Januar offline. Für 24 Stunden erscheint auf der offiziellen Website des Bloggers, Buchautors, Journalisten und Werbetexters lediglich ein Protesttext.
Auch das erst 2011 mit dem Grimme-Online-Award ausgezeichnete „Neusprechblog“ knipst für einen Tag die Lichter aus. Die Autoren Martin Haase und Kai Biermann entlarven hier die Worthülsen und verbale Verschleierungstaktiken der verklausulierten Sprache in der Tagespolitik.
Crackajack (früher Nerdcore.de) ist nach eigener Aussage ein Blog über „very cool stuff. Und so.“ René Walter blogt hier über Comics, Zombies, ungewöhnliche Wissenschaftsnachrichten (vor allem Zukunftstechnologien) und viel, viel mehr.
Als einzige Bundestagspartei beteiligen sich die Grünen an dem Protest und gehen für einen Tag offline.
Die Umweltschützer von Greenpeace beteiligen sich ebenfalls an der Aktion gegen Sopa. „In der Geschichte schlechter Ideen ist die Idee, Konzernen das Recht zu geben, das Internet zu zensieren, eine der schlechtesten“, schreiben die Aktivisten auf Facebook.
Der Chaos Computer Club, ein Verein, in dem sich Hacker zusammengeschlossen haben, nimmt seine Seite ebenfalls einen Tag aus dem Netz. Schon in ihrer Präambel fordern die Mitglied, „ein neues Menschenrecht auf weltweite, ungehinderte Kommunikation.“
Auch das CDU-kritische Blog CDU-Watch protestiert für die Freiheit des Internets. Nicht ohne einen Hinweis auf das von der CDU lange befürwortete Zugangserschwerungsgesetz
Auch Rivva geht für einen Tag offline. Normalerweise werden hier aktuelle deutsche Blogtexte gesammelt und nach Wichtigkeit sortiert.
Bei der Piratenpartei ist Internetfreiheit Programm. Daher will auch sie aus Protest für ein paar Stunden ihre Internetpräsenz schließen. Aus technischen Gründen jedoch nicht am Morgen, sondern erst am Mittag des 18. Januar. Nur das Wiki ist bereits vorher offline.
Das Pottblog ist neben den Ruhrbaronen das größte Blog mit Themen rund um Nordrhein-Westfalen.
Die Anschuldigungen, Megaupload fördere massenhafte Urheberrechtverstöße, seien „grotesk überzogen“, erklärte das Unternehmen in einer kurz vor der Schließung auf seinen Internetseiten veröffentlichten Mitteilung. Die große Mehrheit des Datenverkehrs von Megaupload sei legitim. Man wolle aber nicht aufgeben.
Wenn die Unterhaltungsindustrie von der Beliebtheit des Dienstes profitieren wolle, sei man zum Dialog bereit. „Wir haben einige gute Ideen. Meldet euch“, hieß es in der Mitteilung des in Hongkong ansässigen Unternehmens.
Und woher bekommen die Leute nun ihre Musik, Software und Kinofilme? Es grenzt doch an einer bodenlosen Unverschämtheit, dass ein schlecht gemachter Film wie z. B. das Remake von „Conan“ im Handel unverschämte 29,95 Euro kosten soll, während der gleiche Film direkt bei Megagratisdownload kostenlos verfügbar ist. In beiden Fällen ist der Film kein Cent wert! Auch im Internet gilt das Gesetz von Angebot und Nachfrage. Ist doch toll, oder? Musik soll Geld kosten? Glaube ich nicht! Wer behauptet denn so was? Software soll nicht kostenlos sein? Unsinn! Das Zeug ist doch immer fehlerhaft und muss erst beim Anwender reifen. Updates nerven. Wer hat denn jemals Musik, Software und Filme woanders bezogen, als aus dem Internet? Bitte Hand hoch! Aha, ich ahnte es schon. Das Internet ist und bleibt ein beliebter Selbstbedienungsladen. Künstler, Produzenten und Unternehmen aus der Unterhaltungsindustrie sind doch längst Millionäre und Milliardäre und brauchen kein Geld. Wozu die Aufregung? Was? Zum Erhalt von Arbeitsplätzen? Egal, die Jobs werden auch ohne Internet massenweise vernichtet. Interessant ist doch nur: Für jedes Lokal, was geschlossen wird, machen zwei neue Läden auf.
Endlich ist die Konkurrenz weg und es waere Zeit megadownload.com zu eroeffnen.
Aber es gibt ja so viele andere Sites. Ich bin immer genervt wenn ich bei der Internetsuche bei denen lande und dann gefragt werde, eine Mitgliedschaft einzugehen. Angeboten wird ja jede Sucheingabe nur um Mitglieder zu bekommen, auch wenn die Eingabe ueberhaupt keinen Sinn ergibt.
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