
BERLIN. Woher haben die meine Adresse? Dieser Frage geht der Informatiker Thorsten Bremer seit geraumer Zeit nach und reagiert auf zugesandte Werbung mit Auskunftsersuchen. Mit dem Projekt „Datenspuren“, das vom „FifF“ (Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung) getragen wird, will er dies im großen Stil umsetzen.
„Datenspuren“ soll bislang unkoordinierte Einzelaktionen zusammenbringen. Wenn genug Menschen mitmachen und die Informationen, die sie von Unternehmen auf ihre Auskunftsersuchen hin erhalten, zusammenlegen, soll sich ein Bild des Netzes aus Datensammlern, Verkäufern und Nutzern ergeben.
Daraus soll eine Datenbank entstehen, in der jeder nachschlagen kann, wie die Firmen mit dem Datenschutz umgehen: Ob sie beispielsweise Anfragen korrekt und innerhalb angemessener Zeit beantworten, oder ob sie es vorziehen, Anfragen zu ignorieren oder Informationen vorzuenthalten.
Da das Projekt mit enormem Arbeitsaufwand verbunden ist, soll es auf eine möglichst breite Basis gestellt werden und mit anderen Organisationen kooperieren. Moderatoren sollen die Informationen prüfen, aufbereiten und einpflegen, um die Gefahr zu minimieren, dass das Projekt von Seiten der Werbewirtschaft angegriffen oder aus dem Netz geklagt werden kann.