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Digitales Gedächtnis: „British Library“ speichert das Internet ab

Traditionell bewahrt die britische Nationalbibliothek eine Kopie aller in Großbritannien erschienenen Bücher, Zeitungen, Zeitschriften und Broschüren auf. Jetzt sollen alle Internetseiten mit der Endung „.uk“ dazukommen.

Die Bücher in der britischen Nationalbibliothek bekommen Zuwachs: Seit Samstag speichert die Bibliothek jede Website mit der Endung „.uk“. Quelle: ap
Die Bücher in der britischen Nationalbibliothek bekommen Zuwachs: Seit Samstag speichert die Bibliothek jede Website mit der Endung „.uk“. Quelle: ap

LondonDie britische Nationalbibliothek will das Unmögliche schaffen: Trotz der Schnelllebigkeit des Internets möchte die „British Library“ in London mit fünf weiteren Bibliotheken ein digitales Gedächtnis des Vereinten Königreichs schaffen. Mit Internetseiten, Blogs und kopierten Tweets oder Facebook-Nachrichten aus der britischen Web-Domain sollen die Inhalte des Internets für die Zukunft aufbewahrt werden.

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„Wir haben schon viel Material verloren, weil es in das digitale schwarze Loch des 21. Jahrhunderts gefallen ist und wir es nicht erfasst haben“, sagte die Projektleiterin Lucie Burgess. Deswegen würden in den nächsten Monaten 4,8 Millionen Internetauftritte erfasst und ausgewertet – und das decke noch lange nicht das Gesamtangebot im Netz ab. „Es handelt sich vielmehr um eine Momentaufnahme“, erläuterte Lucie Burgess.

Internet

Den Startschuss für das Projekt liefert eine gesetzliche Bestimmung, die an diesem Samstag in Kraft tritt. Damit erhalten britischen Bibliotheken nämlich das Recht, nicht nur Kopien von gedruckten, sondern auch von elektronischen Dokumenten einzufordern. Das Material soll ab dem Jahresende 2013 verfügbar sein.

Auf die Daten zugreifen können die Wissenschaftler aber nur über die Lesesäle der beteiligten Bibliotheken. Das können sie mindestens 200 Jahre lang tun – so lange sollen die Datensätze mindestens gespeichert werden.

„Es ist richtig, dass langjährige Regelungen jetzt auf den neuesten Stand des 21. Jahrhunderts gebracht werden und erstmalig auch die digitalen Publikationen des Vereinten Königreichs abgebildet werden“, kommentierte Kulturminister Ed Vaizey. Das Parlament hatte das Gesetz namens „Legal Deposit Libraries Act“ im Jahr 2003 beschlossen. Bisher mussten britische Bibliotheken bei jedem gewünschten Webinhalt zunächst den Urheber um Erlaubnis fragen.

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