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Drohende Überlastung: Schweinegrippe gefährdet auch das Internet

Der US-Rechnungshof (GAO) befürchtet, dass es bei einer Schweinegrippe-Pandemie zu Engpässen beim Datentransport im Internet kommen könnte. Die Regierung sollte daher Maßnahmen wie die Beschneidung der Bandbreite von Privatanschlüssen vorsehen, empfiehlt ein GAO-Bericht.

Viele Hände verderben das Netz: Die Schweinegrippe bedroht auch das Internet. Quelle: dpa
Viele Hände verderben das Netz: Die Schweinegrippe bedroht auch das Internet. Quelle: dpa

BERLIN. Bei einer Schweinegrippe-Pandemie könnte der Impfstoff knapp werden, das ist offensichtlich. Dass aber auch die Bandbreite im Internet knapp werden könnte, das leuchtet wohl nur wenigen ein. Ein aktueller Bericht des General Accounting Office (GAO), dem US-Pendant des Bundesrechnungshofs in Deutschland, weist jetzt auf dieses Problem hin. Zugleich empfehlen die Experten der US-Regierung, sich auf diesen Ernstfall vorzubereiten und Gegenmaßnahmen zu planen.

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Die GAO-Experten gehen davon aus, dass bei einer Pandemie die Internetnutzung von Privathaushalten in den Tagesstunden stark zunehmen würde. Die vielen an der Schweinegrippe erkrankten "Schüler und Studenten, Arbeiter sowie ihre Familienangehörigen" würden durch ihre intensive Internetnutzung "Staus erzeugen, weil die aktuellen Kapazitäten der Netzwerkstrukturen der Internetprovider in Wohngebieten überschritten würden".

Wenn Schulen und andere Bildungseinrichtungen wegen der Schweinegrippe geschlossen werden, würden die Schüler und Studenten "wahrscheinlich Unterhaltung im Internet suchen, das heißt Videos herunterladen oder online anschauen, Onlinespiele spielen oder anderen Aktivitäten nachgehen, die hohen Bandbreitenbedarf haben". Außerdem würden viele Angestellte ihrer Tätigkeit von daheim nachgehen. Zugleich hätten die Telekommunikationsunternehmen während einer Pandemie nur "eingeschränkte Möglichkeiten, die Netzwerke auszubauen".

Eine denkbare Gegenmaßnahme wäre es, dass die ISPs "die Verstopfung dadurch verringern, dass sie die Bandbreite von Endnutzern... reduzieren". Damit könnten die ISPs allerdings "die Nutzungsverträge mit ihren Kunden verletzen". Aus diesem Grunde bräuchten die ISPs "Anweisungen von der Regierung, um zu handeln".

Das GAO geht deshalb davon aus, dass im Fall der Fälle die US-Regierung einschreiten und aktiv Maßnahmen gegen die Internetverstopfung ergreifen müsste. Zuständig wäre in diesem Fall das US-Heimatschutzministerium (DHS). Das habe sich auf diesen Fall bisher aber nicht ausreichend vorbereitet, heißt es in dem GAO-Bericht. Darüber hinaus sei aller Wahrscheinlichkeit nach "eine Abstimmung mit verschiedenen anderen US-Behörden, darunter das Bildungsministerium, das Gesundheitsministerium und die FCC, nötig" wobei nicht klar sei, ob dafür entsprechende Richtlinien vorhanden sind.

Die Unternehmensberatung Gartner teilt die Analyse des GAO grundsätzlich, berichtet die Computerworld. Während einer Pandemie könnten bis zu 40 Prozent der Arbeitskräfte nicht an ihrem Arbeitsplatz sein. Die bisherigen Telearbeitsstrategien der Unternehmen würden in diesem Fall versagen. Gartner-Analystin Roberta Witty empfiehlt den Unternehmen, sich auf den Pandemie-Fall vorzubereiten. Die Unternehmen sollten in Betracht ziehen, die "letzte Meile" per UMTS, Wimax oder Satellitenverbindung zu umgehen.

Quelle: Golem.de
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