"In Deutschland gibt es gigantische Backbone-Überkapazitäten", sagt Viprinet-Geschäftsführer Simon Kissel. Der deutsche Routerhersteller Viprinet wirft der Telekom daher vor, dass das Kostenargument für hohes Datenvolumen vorgeschoben sei. Die Begründung, dass die Drosselung eingeführt werde, damit die Backbones nicht überlastet würden, sei unglaubwürdig, sagt Kissel. Der Datenverkehr sei zu Spottpreisen zu realisieren. "Bei einem DSL-Zugang macht das in der Gesamtkalkulation des Providers nur Cent-Beträge aus."
Stimmt diese Aussage?
Wir haben uns bei DSL-Anbietern umgehört und gefragt, welche Traffic-Preise sie an die Telekom zahlen. Ein großer DSL-Provider, der namentlich nicht genannt werden will, bestätigt: Die Telekom verlangt von DSL-Anbietern für 1 Gigabyte nur "wenige Cent".
Dies sei zwischen DSL-Providern marktüblich. Dabei verfügt der Provider über Vergleichsmöglichkeiten, denn das Unternehmen vermarktet DSL-Zugänge von mehreren Netzbetreibern.
Allerdings wird hier in großen Kontingenten abgerechnet: "Dem Provider werden nicht etwa 2 Milliarden Terabyte in Rechnung gestellt. Es gibt ein Komplettvolumen in Kontingentverträgen. Es gibt also keinen echten Preis, der berechnet wird, sondern eine Preisspanne, aus der sich ein theoretischer Wert für 1 Gigabyte berechnen lässt. Wenn das festgelegte Kontingent überschritten wird, wird ein deutlich zweistelliger Preis im Cent-Bereich berechnet. Das kommt aber nicht zum Tragen."
Wie viel zahlen Content-Anbieter?
Und wie sieht es am anderen Ende aus, also dort, wo die Content-Anbieter ihre Inhalte verteilen? Wir haben uns angeschaut, welche Preise Anbieter von Content Delivery Networks von ihren großen Kunden verlangen: Dan Raburn veröffentlicht regelmäßig eine Studie, die aufzeigt, welche Preise CDN-Betreiber erheben. Demnach lagen die Preise für CDN-Traffic vor rund einem Jahr zwischen 1 und 12 US-Cent pro Gigabyte, abhängig vor allem davon, zu welcher Mindestabnahme sich Kunden verpflichten.
Ein Verkäufer für Traffic in Content Delivery Networks aus Deutschland bestätigt die Zahlen: "Das Pricing liegt im niedrigen einstelligen Centbereich, das gilt aber nur für sehr große Contentanbieter. Kleinere bezahlen deutlich mehr."
Er vermutet, dass die Telekom nicht drosseln will, weil der Traffic zu teuer wird, sondern weil durch den extrem hohen Datentraffic in den Ballungszentren die Peering-Punkte im Netz volllaufen. "Das ist zu merken, wenn man Samstagabend Videos im Internet anschauen will. Hier ist der Anschluss an die Hauptverteilerpunkte das Problem. Die Punkte, an denen der Traffic im Netz der Telekom ausgetauscht wird, haben nicht die ausreichende Kapazität. Die Telekom will drosseln, um ihr eigenes Netz zu entlasten."

....aufgebauscht? Lesen Sie sich den Artikel 2-3 Mal durch.
So sollten Sie Ihn sachlich verstehen und die beschriebenen Auswirkungen .
Es geht eben nicht um die Traffickosten.
Auch nicht um den Leitungsausbau.
Der Telekom geht es darum Geld von den Inhaltenanbietern zu bekommen.
Dieser Fakt ist doch nicht zu leugnen und wird mittlerweile von der Telekom auch so
vertreten.
Das Problem ist nur, die Telekom wäre Leitungsmonopolist und Inhalteanbieter.
Und nun überlegen Sie sich die Folgen. Für den Markt und die Wettbewerber.
Es werden massive Markteintrittbarrierern aufgebaut.
Hinzu kommen Handelsprobleme auf internationaler Ebene.
Beispiel:
Apple zahlt an die Telekom damit die Betriebssystemupdates bevorzugt durchkommen,
vor denen von Microsoft oder Ubuntu?
Die geplante digitale Verwaltung, was ist mit den ganzen Diensten die ich in Zukunft als Bürger und Unternehmer nutzen muss (Elster plus,plus....)
Werden solche Dienste eingerechnet, bevorzugt oder....?
Und wie soll ein Startup seine Services aufbauen wenn es mit der Telekom vorab Verträge zur Priorisierung machen muss?

Wie viel Traffic ist für einen regular User gewöhnlich, 50, 100 oder 150gb/Monat?
Ich weiß nicht wie viel durch meine Leitung kommt und geht. Welchen Bewertungsmaßstab will die Telekom da ansetzen?
Natürlich ist es nur gerecht wenn Power User, welche ihre x Terabite Festplatten vollballern (denn Speicherplatz ist wirklich sehr günstig) für ihr Surfverhalten mehr bezahlen sollen. Aber die Frage ist doch, ob der regular User in Zukunft günstigere Tarife bekomme soll oder doch jeder 2. als power User deklariert wird?

@Brasil
Was würden Sie sagen, wenn Youtube von Ihnen für jeden abgerufenen Beitrag 4 Cent nehmen würde. Da ja deren Traffic Kosten sich vervielfacht hätten.
Oder sie sehen sich einen interesanten Beitrag von Wissensmanufaktur über 90Minuten für 50Cent an.
Schönen Tag noch.
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