Dieser Theorie zufolge müsste die Telekom ihre Peering-Punkte ausbauen. Gerade die Telekom tut sich aber mit Peering hierzulande schwer. Sie ist beispielsweise nicht am größten deutschen Internetknoten DeCIX in Frankfurt am Main präsent, wo viele Provider Traffic untereinander austauschen. Geht es nach der Telekom, sollen andere Provider zahlen, wenn sie Traffic ins Telekom-Netz leiten wollen. Und wenn auch die Inhalteanbieter zahlen, sollen ihre Inhalte auch nicht gedrosselt werden.
Aber auch der Einkauf von Traffic bei der Telekom ist nicht so einfach, wie es vom Marktführer erwartet wird. Ein Provider, der bei der Telekom Traffic einkaufen will, berichtet uns, er habe sich vor über einem halben Jahr mit der Telekom über eine Netzzusammenschaltung im kleinen Rahmen geeinigt und einen Netzwerkport mit einer Kapazität von 10 GBit/s bei der Telekom bestellt. Geschaltet hat die Telekom den Port bis heute nicht. Es fehlt der Telekom eine Netzwerkkarte. Im Ausland ist die Telekom in solchen Fällen schneller, wie Golem.de erfuhr. Hier bietet sie auch deutlich geringere Trafficpreise an, als im Heimatmarkt.
Von Golem.de nach den Trafficpreisen gefragt, rückt Telekom-Sprecher Blank von der bisherigen Argumentation ab.
Hatte die Telekom bisher ihre Drosselungspläne mit den Traffic-Preisen begründet, argumentiert Telekom-Sprecher Blank auf unsere Anfrage hin plötzlich anders: "Die Kosten für die Übertragung von Daten sind nicht der Grund für die zukünftige Differenzierung unserer Angebote, sondern die Milliarden, die wir in den Netzausbau investieren müssen, damit mehr Menschen schnelle Internetanschlüsse nutzen können. Wir finden es gerecht, wenn Kunden, die mehr Leistung in Anspruch nehmen, in Zukunft auch mehr bezahlen als der Durchschnittsnutzer."
Der Ausbau der Peering-Punkte aber kann kaum mehrere Milliarden verschlingen und auch die Aufrüstung der Backbone-Netze kann kaum derart hohe Kosten verursachen. Denn die notwendigen Glasfaserkabel liegen bereits in der Erde, es werden in aller Regel nur zusätzliche Fasern in den Kabeln beleuchtet oder auf bereits genutzte Fasern zusätzliche Wellenlängen aufgeschaltet.
Aber darum geht es offenbar auch nicht. Telekom-Sprecher Blank erklärt: Besonders teuer sei der Ausbau im Anschlussnetz, weil dafür Tiefbauarbeiten nötig seien, um Kupferkabel durch Glasfaser zu ersetzen. "Darin fließt das meiste Geld des Netzausbaus", sagt Blank.
Wenn es bei den großen Investitionen aber darum geht, die Endkunden mit Glasfaser anzubinden, um deutlich höhere Bandbreiten auf der letzten Meile zu erreichen, erscheint eine Drosselung der Bandbreite wenig sinnvoll. Schließlich kommt man schon mit den heutigen Endkundenbandbreiten über die von der Telekom festgelegten Traffic-Schwellen, wenn man viele Videoinhalte über das Netz nutzt, beispielsweise auf Youtube, in den Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender oder bei kostenpflichtigen Video-on-Demand-Anbietern wie iTunes. Mit Glasfaseranschlüssen mit höherer Bandbreite sollte der Traffic eher deutlich zunehmen.
Die geplante Drosselung erscheint vor diesem Hintergrund nur sinnvoll, wenn es darum geht, die Kostenverteilung zu verschieben, weg von den Endkunden, hin zu den Inhalteanbietern. Das mag auf den ersten Blick für Nutzer attraktiv wirken, verspricht es doch breitbandige Internetanschlüsse zu kleinem Preis. Zugleich aber wäre dies das Ende des Internets, wie wir es heute kennen, denn Inhalteanbieter müssten mit Endkundenprovidern Verträge schließen, um sicherzustellen, dass ihre Inhalte nicht gedrosselt werden. Ein entscheidender Erfolgsfaktor des Internets besteht aber gerade darin, dass alle Inhalte gleichberechtigt übertragen werden und kleine Anbieter nicht erst mit vielen Endkundenprovidern Verträge abschließen müssen, um ihre Inhalte auszuliefern.

....aufgebauscht? Lesen Sie sich den Artikel 2-3 Mal durch.
So sollten Sie Ihn sachlich verstehen und die beschriebenen Auswirkungen .
Es geht eben nicht um die Traffickosten.
Auch nicht um den Leitungsausbau.
Der Telekom geht es darum Geld von den Inhaltenanbietern zu bekommen.
Dieser Fakt ist doch nicht zu leugnen und wird mittlerweile von der Telekom auch so
vertreten.
Das Problem ist nur, die Telekom wäre Leitungsmonopolist und Inhalteanbieter.
Und nun überlegen Sie sich die Folgen. Für den Markt und die Wettbewerber.
Es werden massive Markteintrittbarrierern aufgebaut.
Hinzu kommen Handelsprobleme auf internationaler Ebene.
Beispiel:
Apple zahlt an die Telekom damit die Betriebssystemupdates bevorzugt durchkommen,
vor denen von Microsoft oder Ubuntu?
Die geplante digitale Verwaltung, was ist mit den ganzen Diensten die ich in Zukunft als Bürger und Unternehmer nutzen muss (Elster plus,plus....)
Werden solche Dienste eingerechnet, bevorzugt oder....?
Und wie soll ein Startup seine Services aufbauen wenn es mit der Telekom vorab Verträge zur Priorisierung machen muss?

Wie viel Traffic ist für einen regular User gewöhnlich, 50, 100 oder 150gb/Monat?
Ich weiß nicht wie viel durch meine Leitung kommt und geht. Welchen Bewertungsmaßstab will die Telekom da ansetzen?
Natürlich ist es nur gerecht wenn Power User, welche ihre x Terabite Festplatten vollballern (denn Speicherplatz ist wirklich sehr günstig) für ihr Surfverhalten mehr bezahlen sollen. Aber die Frage ist doch, ob der regular User in Zukunft günstigere Tarife bekomme soll oder doch jeder 2. als power User deklariert wird?

@Brasil
Was würden Sie sagen, wenn Youtube von Ihnen für jeden abgerufenen Beitrag 4 Cent nehmen würde. Da ja deren Traffic Kosten sich vervielfacht hätten.
Oder sie sehen sich einen interesanten Beitrag von Wissensmanufaktur über 90Minuten für 50Cent an.
Schönen Tag noch.
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