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Facebook-Suche: Rasterfahndung für alle

Bislang war Facebook ein großes, schwarzes Loch. Die neue Suchfunktion Graph Search soll das ändern. Doch die Rasterfahndung im sozialen Netzwerk löst auch Besorgnis aus.

Mit Graph Search wird Facebook zur weltweiten Personensuchmaschine. Quelle: AFP
Mit Graph Search wird Facebook zur weltweiten Personensuchmaschine. Quelle: AFP

HamburgEs gibt Fragen, auf die hat Google keine oder nur eine unbefriedigende Antwort. Zum Beispiel die: Mir steht eine Blinddarm-Operation bevor, welchen Arzt empfehlen Menschen, die eine solche bereits hinter sich haben? Oder die: Ich bin Single und möchte in Österreich drei Tage skifahren, welche entfernten Bekannten hätten vielleicht Lust, mitzukommen?

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Google kann mit solchen Problemen nicht viel anfangen. Facebook hingegen wird diese und ähnliche Fragen bald beantworten können.

Bislang war das Netzwerk ein großes, schwarzes Loch. Niemand konnte sehen, was darin alles steht. Wer etwas suchte, das er vor ein paar Tagen auf Facebook gelesen hatte, war verloren. Danach suchen? Unmöglich. Dass es überhaupt so lange dauerte, bis eine echte Suchfunktion für diesen riesigen Datenbestand entwickelt wurde, ist eines der Mysterien dieses Unternehmens.

Datenschutz Facebooks schrägste Bestimmungen

  • Datenschutz: Facebooks schrägste Bestimmungen
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  • Datenschutz: Facebooks schrägste Bestimmungen
  • Datenschutz: Facebooks schrägste Bestimmungen

Nun gibt es diese Funktion. Facebook hat am Dienstag seine neue interne Suche vorgestellt, Graph Search genannt. Und plötzlich lässt sich ahnen, wie wichtig sie ist und welche Umwälzungen sie bringen wird. Sie könnte Facebook und die Nutzung der Seite vollständig verändern.

Bislang ist Facebook ein Ort, um sich mit Menschen zu unterhalten, die man bereits kennt. Freunde, Bekannte, Kollegen – das Netzwerk des eigenen Lebens wird digital nachgebildet, um sich auf dem Laufenden zu halten und sich zu verabreden. Dafür taugte die bisherige Suche, die nur Namen als Eingabe verarbeitete. Facebook selbst half nach, indem es potenzielle Bekannte vorschlug.

Soziale Netzwerke

Bekannte zu treffen, ist aber nur eine Möglichkeit eines Netzwerkes. Eine viel wichtigere ist, neue Menschen zu finden – nach selbst gewählten Kriterien. Das ist nun möglich – und zwar indem man als Nutzer nach einer Auswahl ganz bestimmter Leute fragt. Das Magazin Wired zitiert Firmengründer Mark Zuckerberg mit den Worten: „Menschen nutzen Suchmaschinen, um Fragen beantwortet zu bekommen. Aber wir können Fragen beantworten, auf die niemand sonst eine Antwort kennt.“

  • 25.01.2013, 09:03 Uhrnetshadow

    "Bislang war Facebook ein großes, schwarzes Loch ..."
    Wird es für mich auch immer bleiben, und schwarze Löcher haben für mich auch die Relevanz eines Solchen.
    Die Pervertierung des Begriff "social", ich muß nicht alles mitmachen, die Wahl habe ich noch.

  • 17.01.2013, 19:49 UhrF___book_zuklapp

    Meine Einschätzung: Sell. Bisher geben die Leute kaum Geld aus in Facebook. Wenn die Zocke kommt, verschwinden die Nutzer. Also nur für Geheimdienste langfristig interessant.

  • 17.01.2013, 11:39 Uhrhermann.12

    Letztlich ist die neue Funktion ein gewaltiger Fortschritt. Zu bemängeln bleibt aber, das die Nutzer nicht klar und deutlich selbst bestimmen können, was öffentlich ist und was nicht. Damit sollte sich die Kritik und der druck genau darauf richten und nicht gegen die neue Funktion an sich.

    H.

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