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Facebook und Co: Online-Netzwerke verändern die Gesellschaft

Online-Netzwerke wie Facebook oder Twitter verbinden Menschen und führen zu einem Wertewandel. Das erklärte nun ein Forscher. Kritiker warnen indes vor einem Abfluss des Lebens in virtuelle Welten.

Dienste wie Facebook ermöglichten mehr Vernetzung innerhalb der Gesellschaft. Quelle: dpa
Dienste wie Facebook ermöglichten mehr Vernetzung innerhalb der Gesellschaft. Quelle: dpa

HamburgOnline-Netzwerke führen nach Ansicht eines Trendforschers zu einem Wertewandel. Dienste wie Facebook oder Twitter ermöglichten mehr Vernetzung und Kooperation - daher habe beispielsweise der Begriff Gemeinschaft seit 2009 an Bedeutung gewonnen, sagte Peter Wippermann am Mittwoch bei der Konferenz Social Media Week in Hamburg. Auch die Autonomie, die moderne Technologie ermögliche, sei vielen Menschen wichtiger geworden. Der Forscher von der Folkwang-Universität Essen beruft sich auf eine Analyse von rund 500.000 Webseiten. Der Hamburger Oberbürgermeister Olaf Scholz sprach dem Internet ebenfalls eine wachsende Bedeutung zu: Die Politik müsse die neuen Medien genau so im Blick behalten wie andere Gespräche.

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Das Internet und die sozialen Medien hätten zu einem Strukturwandel geführt, der auf Vernetzung und Kooperation aufbaue und durchaus auch ein Wertewandel sei, sagte Wippermann. Dies lasse sich etwa daran ablesen, dass Gemeinschaften an Bedeutung gewonnen hätten - häufig würden sie in Verbindung mit Internet-Gemeinschaften wie Facebook oder Twitter erwähnt. Der wichtigste Wert sei aber nach wie vor Freiheit.

Für die Studie hatte Wippermann mit Hilfe der Meinungsforscher von TNS-Infratest rund 500.000 Webseiten analysiert. In die Untersuchung seien Social-Media-Dienste, Online-Medien und Foren eingeflossen. Die Ergebnisse habe man mit einer vorherigen Studie aus dem Jahr 2009 verglichen. Zur Repräsentativität der Studie sagte Wippermann, Social-Media-Monitoring sei noch in den Kinderschuhen, könne aber trotzdem gesellschaftliche Trends zeigen.

Facebook

Scholz betonte die Bedeutung des Internets für die Politik. In einer Diskussion bei Facebook würden Meinungen, politischer Wille und gesellschaftliche Werte genauso geäußert wie beim Bäcker. Allerdings entspreche nicht jeder „Shitstorm“ - also jede Empörungswelle im Netz - der Meinung der Massen.

Scholz kündigte an, dass Hamburg sich in den kommenden Jahren Social Media stärker offnen wolle, etwa mit neuen Kommunikationsangeboten und einer Open-Data-Philosophie. Konkrete netzpolitische Versprechen vermied er aber.

Vorreiter will Hamburg bei der Gesetzgebung für Datenschutz und -sicherheit werden. Die Stadt habe mit Google und Facebook - die beide in der Hansestadt ansässig sind - eine Diskussion über eine „Partnerschaft in der Rechtssetzung“ gestartet. „Aus meiner Sicht wäre es eine große Sache, wenn daraus eine Regulierungspartnerschaft werden könnte, die die Interessen der Bürgerinnen und Bürger berücksichtigt, und den Unternehmen zugleich ermöglicht, Geld zu verdienen.“

  • 19.02.2012, 23:13 Uhrujf99

    Ach Mollemopp, wenn die Leserbriefe, die früher in den Redaktionspapierkörben gelandet sind, so interessant und klug gewesen wären, wie ihre Autoren sich das einbildeten, dann hätten die Verleger sie bestimmt gedruckt. Denn nichts ist einem Verleger lieber, als Seiten ohne einen Cent Honorarkosten bedrucken zu können. Leider stammte ein beträchtlicher Teil der geschredderten Zuschriften von Leuten, die Politik so differenziert sehen wie Sie, die also Politiker jeder Couleur ohne Ansehen der Person für Schweine halten. Leute, die sich in der Demokratie nicht zurechtfinden, ihre Vorurteile pflegen und zu faul sind, die Korrupten von den Ehrlichen zu unterscheiden. Das mag keiner lesen - im Internet übrigens auch nicht.

  • 16.02.2012, 15:11 UhrAnonymer Benutzer: Mollemopp

    "Allerdings entspreche nicht jeder Shitstorm- also jede Empörungswelle im Netz - der Meinung der Massen."

    Ja richtig Herr Scholz. Und nicht jede Politikerlüge die durch politisch gekauften Medien breitgetragen wird, kauft das Volk ab. Die politisch angeordnete Meinungsmache wird immer schwieriger. Früher, also bevor es das Internet und Handykameras gab, da hatten es Politiker wirklich einfacher. Die Leserbriefe in den Zeitungen werden nach belieben gekürzt oder garnicht gedruckt. Und ein paar Onlinezeitungen zensieren auch im Interesse der Politik, wo sie nur können. Ich hoffe, dass noch viele Politiker durch soziale Netzwerke bloßgestellt werden. Vielleicht wird die Welt dadurch ein kleines bisschen ehrlicher.

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