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Game of Thrones: „Bitte nehmt unser Geld“

Kunden betteln den Bezahlsender HBO darum an, für einen Onlinestream der Erfolgs-Serie „Game of Thrones“ zahlen zu dürfen, um nicht illegal kopierte Serien sehen zu müssen. Doch HBO nimmt Kopierer in Kauf.

Der Schausspieler Peter Dinklage als der Charakter Tyrion Lannister in der Fantasy-Serie „Game of Thrones“. Fans wollen für die Serie im Internet zahlen - doch HBO bietet dazu keine Möglichkeit an. Quelle: Reuters
Der Schausspieler Peter Dinklage als der Charakter Tyrion Lannister in der Fantasy-Serie „Game of Thrones“. Fans wollen für die Serie im Internet zahlen - doch HBO bietet dazu keine Möglichkeit an. Quelle: Reuters

HamburgDer amerikanische Bezahlsender Home Box Office (HBO) ist berühmt für seine teuer produzierten und hoch gelobten Fernsehserien. Gleichzeitig ist er berüchtigt dafür, dass er diese Serien eher ungern übers Internet verkauft (das ganze Drama hier als Comic bei The Oatmeal). Jetzt haben Fans dieser Filme eine Kampagne gestartet, um das zu ändern.

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Take My Money, HBO!, heißt die Seite, was so viel heißt wie: Wir geben gern unser Geld, wenn wir dafür eure Filme bekommen.

Hintergrund ist die Tatsache, dass die Serien des Bezahlsenders zu den am häufigsten illegal kopierten des Internets gehören. Weil sie so begehrt sind, es sie aber oft auch Monate nach der Ausstrahlung im amerikanischen Bezahlfernsehen nicht zu kaufen gibt, sind illegale Mitschnitte der Ausstrahlungen ein beliebtes Tauschgut.

2,5 Millionen Downloads am Tag

Aktuelles Beispiel dafür ist die Serie Game of Thrones. Sie gilt derzeit als die am meisten illegal kopierte Fernsehserie überhaupt mit teilweise bis zu 2,5 Millionen Downloads am Tag. Gerade lief in den USA die zweite Staffel mit großem Erfolg, die dritte ist bereits geplant. Trotzdem gibt es die Filme nicht in den üblichen Portalen wie beispielsweise iTunes oder Netflix zu kaufen, und es gibt sie auch nicht als DVD – beziehungsweise erst ein Jahr nach der Ausstrahlung. HBO will seine Inhalte selbst vermarkten. Mit dem Ergebnis, dass Kopien umso häufiger sind.

Weswegen beispielsweise das Magazin Forbes eine Geschichte überschrieb mit den Worten, HBO sei an den illegalen Kopien selbst schuld.

Auf der Petitionsseite heißt es dazu: "We pirate Game of Thrones, we use our friend's HBOGO login to watch True Blood… Please HBO, offer a standalone HBOGO streaming service and Take My Money!" (Wir klauenGame of Thrones, wir schauen True Blood mit dem HBOGO-Zugang unserer Freunde... Bitte, gebt uns eine Möglichkeit, eure Filme im Internet als Stream zu sehen und nehmt dafür unser Geld.)

HBOGO ist der Streamingdienst des Senders. Denn der bietet seit zwei Jahren durchaus die Möglichkeit, die Sachen im Netz zu schauen. Allerdings nur für jene Kunden, die auch ein reguläres Abonnement des Kabelsenders haben, das je nach Umfang 70 bis 120 Dollar im Monat kostet. Den Stream allein kann man nicht buchen.

Und das ist die eigentliche Funktion der Petitionsseite: Sie fragt jeden Nutzer, wie viel er bereit wäre, für einen solchen Stream zu zahlen. Das Ergebnis wird anschließend automatisch getwittert und kommt einer Umfrage gleich. Allerdings hatte der Erfinder, der Webdesigner Jake Caputo, nicht daran gedacht, diese Daten irgendwo zu speichern, um sie auswerten zu können.

Das übernahm glücklicherweise jemand für ihn, der Programmierer Dominic Balasuriya. Er schrieb ein Script, mit dem er die Tweets auswertete. Sein Ergebnis: Im Durchschnitt 12 Dollar wäre die Mehrheit bereit, monatlich für einen HBO-Stream auszugeben.

Vielleicht aber ist das nicht genug. Beziehungsweise hat HBO wohl gar kein Interesse am Onlinemarkt und ist durch illegale Kopien auch nicht besorgt genug, um das zu ändern. Zumindest beschreibt der Forbes-Autor in einem zweiten Text, dass der Sender ein funktionierendes Geschäftsmodell habe, mit dem er viel Geld verdiene. Und dass es möglicherweise noch nicht genug Kunden gäbe, die für einen Stream Geld zahlen wollten, um für HBO interessant zu sein – immerhin müssten die Einnahmen die gleichzeitigen Verluste beim klassischen Kabelgeschäft ausgleichen.

Die wären aber unweigerlich die Folge, glaubt beispielsweise das Technikblog Techcrunch. Gleichzeitig wären die technischen Kosten für die Umstellung auf Streams so hoch, dass es sich nicht lohne. Weswegen HBO auch nicht vorhabe, in nächster Zukunft einen allein buchbaren Stream anzubieten.

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Was letztlich belegt, dass erstens der Wechsel des Geschäftsmodells nicht so leicht ist. Und dass zweitens ein Unternehmen, das mit seinem Geschäftsmodell genug verdient, illegale Kopien einfach in Kauf nehmen kann. Wobei die Prognose nahe liegt, dass ein zu später Wechsel zu einem neuen Modell zum Tod der ganzen Marke führen kann.

Quelle: Zeit Online
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