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Google gegen Microsoft: Streit um Suchmaschinenklau eskaliert

Schlammschlacht unter IT-Größen: Google wirft Microsoft vor, Suchergebnisse zu kopieren. Microsoft kontert, sie würden nur Nutzerdaten auswerten. Was sich anhört wie ein akademischer Kindergartenstreit unter Technikfreaks rüttelt an den Grundfesten eines Milliardengeschäfts. Juristen glauben, dass Google gegen Microsofts Praxis erfolgreich vorgehen könnte.

Verboten oder legal: Microsofts Suchmaschine Bing übernimmt Ergebnisse von Google. Quelle: dpa
Verboten oder legal: Microsofts Suchmaschine Bing übernimmt Ergebnisse von Google. Quelle: dpa

MÜNCHEN/FRANKFURT/SAN FRANCISCO/DÜSSELDORF. Den vermeintlichen Betrug will Google in aufwendigen Testreihen herausgefunden haben. Es sei aufgefallen, dass Bing- und Google-Ergebnisse über die Zeit immer ähnlicher geworden seien.

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Google baute spezielle Webseiten als "Fallen" auf. Bei der Eingabe völlig unsinniger Suchworte wie "mbzrxpgiys" gab es auf Google immer nur einen einzigen gezielt bereitgestellten Treffer, der mit dem Suchwort gar nichts zu tun hatte. Nach kurzer Zeit sei dann genau das gleiche unsinnige Ergebnis bei Bing aufgetaucht. Für Google steht seither fest: Microsoft kupfert die eigenen Daten ab.

Doch so einfach ist die Sache nicht. Denn Microsoft kopiert die Daten nicht einfach, wie Harry Shum, Vizepräsident bei Microsofts Suchsparte Bing am Dienstag auf der Technologiekonferenz Farsight in San Francisco sagte. Seine Firma analysiere über den Internet-Explorer nur, was die Nutzer anklickten, wenn sie einen bestimmten Suchbegriff eingeben - und über ein kleines Hilfsprogramm würden die Daten dann an Microsoft weitergeleitet.

Im Klartext heißt das: Hätte niemand auf den gezielt bereitgestellten Treffer für die Anfrage "mbzrxpgiys" geklickt, wäre dieser Treffer bei Bing nie aufgetaucht. Der für die Onlinesparte verantwortliche Microsoft Yusuf Mehdi wurde noch deutlicher: "Wir kopieren keine Suchergebnisse von unseren Wettbewerbern. Punkt", schrieb Mehdi in einem Blog-Eintrag, räumt aber ein, dass Microsoft anonymisiertes Surfverhalten von Nutzern als einen von 1 000 Faktoren in seinen Ranking-Algorithmen berücksichtigt. Google reagierte prompt auf Microsofts Verteidigung – diesmal im offiziellen Firmen-Blog: „Microsofts Bing nutzt Google-Ergebnisse - und streitet das ab“.

Ist Microsfts Praxis verboten? Ist sie legitim? Oder handelt es sich um eine Grauzone, die juristisch noch gar nicht erfasst ist, weil das Netz wieder einmal schneller war, als die Rechtsgelehrten? Shum jedenfalls bestand in einer Podiumsdiskussion darauf, dass Ergebnisse nicht einfach kopiert würden. Und Matt Cutts, Suchmaschinen-Manager bei Google, räumte ein, dass Google ebenfalls Nutzerdaten auswerte, bestritt aber kategorisch, dass Bing-Daten ausgewertet würden.

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