Hundertprozentig kann sich niemand vor Hacking schützen, solange das Computersystem ans Internet angeschlossen ist. „Heutzutage existiert verschiedenste Software, die es jedem einfach ermöglicht, eine Website zu betreiben“, sagt Tilman Frosch, nicht jede davon sei sicher programmiert. Er gehörte zu den ersten Organisatoren des „HackPra“, wie sie es nennen, und teilt sich ein Büro mit Mario Heiderich.
Die beiden sind Experten auf ihrem Gebiet. Ihre Hacking-Fähigkeiten machen sie auch für Firmen besonders interessant. Mario Heiderich hilft Microsoft und Dax-Unternehmen bei der Suche nach Sicherheitslücken. Bei der Frage, wem und wie er Konzernen gegen Hacker helfen würde, verstummt Heiderich. Er habe Verträge unterschrieben, begründet er seine Verschwiegenheit. Die Nachfrage nach Sicherheitsexperten steige jedoch. Viele Unternehmen hätten sich in den vergangenen zehn Jahren angesichts der wachsenden Bedrohung in einem Dornröschenschlaf befunden, so der Doktorand.
Darüber sprechen will kaum jemand, Sicherheitsprobleme sind schlecht fürs Geschäft. Dass es auch anders geht, zeigen Unternehmen wie Google, Mozilla oder Facebook. Sie zahlen sogenannten „Whiteheads“, Hacker ohne kriminelle Absicht, einen Erfolgsbonus um die 3000 Dollar, wenn sie auf einen Fehler aufmerksam machen.
Diesen zu finden, ist jedoch alles andere als einfach. „Viele denken, in ein System einzudringen ist so einfach, wie über eine Mauer zu klettern“, sagt Stephan Frank. Der 23-Jährige ist im fünften Semester und sitzt ebenfalls im „HackPra“. Aber es gelte eben nicht, etwas aktiv zu überwinden, sondern einen Fehler zu suchen. Und das sei wesentlich schwieriger, sehr technisch und gar nicht so „cool“, wie es oft in Büchern oder Filmen dargestellt werde.
Die "Guten" haben weiße Hüte auf, keine weißen Köpfe...
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