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Internet: IP-Adressen bei zentraler Vergabestelle aufgebraucht

Das Internet steht vor gewaltigen Umbauarbeiten. Alle IP-Adressen des bisherigen Standards für den Datenaustausch im Internet sind aufgebraucht. Nun wird das Internet-Protokoll auf eine breitere Basis gestellt – aus IPv4 wird IPv6.

Das bisherige Protokoll konnte nicht einmal alle 6,9 Milliarden Menschen mit einer Netzadresse versorgen. Quelle: dpa
Das bisherige Protokoll konnte nicht einmal alle 6,9 Milliarden Menschen mit einer Netzadresse versorgen. Quelle: dpa

BERLIN/MIAMI. Nach 30 Jahren ist Schluss: Alle IP-Adressen des bisherigen Standards für den Datenaustausch im Internet sind aufgebraucht. Dies teilte die oberste Vergabestelle für diese Kennzahlen, die IANA, am Donnerstag in Miami mit. IP-Adressen werden für jedes Gerät im Internet benötigt.

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Betroffen sind IP-Adressen nach dem bislang zu mehr als 99 Prozent verwendeten Standard IPv4. Die Vergabestelle IANA will nun die Einführung des Nachfolgers IPv6 beschleunigen, der eine nahezu unendlich große Zahl von IP-Adressen ermöglicht.

Die letzten fünf Blöcke von IP-Adressen wurden symbolisch an Vertreter der Vergabestellen in den Kontinenten vergeben. Als letzter nahm der Leiter der europäischen Vergabestelle RIPE, Axel Pawlik, die IP4-Adressen in einem Umschlag entgegen. Damit gehe ein Kapitel der Geschichte zu Ende, erklärte die IANA (Internet Assigned Numbers Authority). Die regionalen Vertreter erklärten, jetzt komme es darauf an, die Umstellung auf den neuen Standard IPv6 zügig umzusetzen.

Der 1981 eingeführte Internet-Standard IPv4 hat nur Platz für 4,3 Milliarden Adressen. Bei der IANA ist dieser Adressraum nun erschöpft. Jetzt wird nur noch der Mangel verwaltet, solange bis die langwierige Umstellung auf einen neuen Standard abgeschlossen ist: Die regionalen Vergabestellen wie die RIPE in Amsterdam können Telekommunikationsanbieter voraussichtlich noch bis Juni mit IPv4-Adressen versorgen, bis diese dann ebenfalls aufgebraucht sind.

Das 1981 eingeführte Internet-Protokoll der Version 4, kurz IPv4 genannt, wird von der neuen Version IPv6 abgelöst. Der verfügbare Adressraum von bislang 4,3 Milliarden eindeutigen IP-Adressen wird damit auf die unvorstellbar hohe Zahl von 340 Sextillionen Adressen erweitert.

Künftig aber sollen nicht nur Computer und Handys im Internet eine IP-Adresse erhalten, sondern auch alle möglichen anderen Geräte wie Stromzähler, Jalousien oder Kühlschränke. Die Branche schwärmt schon vom „Internet der Dinge“.

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